Handelskrieg: Warum Intel noch Chips an Huawei verkauft
Ein über den USA kreuzender Spionageballon aus China ist wohl der Grund dafür, dass Intel seine Ausfuhrgenehmigung behalten durfte.
Die USA versuchen mit umfassenden Exportbeschränkungen, Chinas technologische Entwicklung auszubremsen. Doch für Intel gilt eine Ausnahme für den Verkauf von Prozessoren an Huawei. AMD hatte sich zwar dafür starkgemacht, dass die Erlaubnis auch für Intel widerrufen wird, doch ein chinesischer Spionageballon könnte letztlich der Grund für das Scheitern der Bemühungen gewesen sein. Darauf deuten Informationen der Nachrichtenagentur Reuters hin.
Nach dem Abschuss des Ballons durch die USA bemühten sich die Regierungen beider Länder um Entspannung, der Prozess sollte nicht durch neue Exportbeschränkungen konterkariert werden. Die Sondererlaubnis aus dem Jahr 2020 wurde noch vom früheren US-Präsidenten Donald Trump in Kraft gesetzt. Sie gestattete einigen wenigen Zulieferern, darunter neben Intel auch Qualcomm, trotz erster Sanktionen, weiterhin mit Huawei zusammenzuarbeiten. Auch damals könnten bereits Entspannungsversuche im Handelsstreit zwischen den beiden Nationen ausschlaggebend gewesen sein.
Intel profitiert, aber vermutlich nicht mehr lange
AMD sah sich dabei allerdings – nicht ganz grundlos – wirtschaftlich benachteiligt. Nach internen Erhebungen des Herstellers fiel der Anteil der AMD-Chips in Huawei-Laptops von 47,1 Prozent im Jahr 2020 auf 9,3 Prozent in der ersten Jahreshälfte 2023, während der Anteil der Intel-Prozessoren im gleichen Zeitraum von 52,9 Prozent auf 90,7 Prozent stieg. Intel soll damit Mehreinnahmen von 512 Millionen Dollar generiert haben. Der Hersteller profitierte nicht zuletzt von einem steigenden Marktanteil von Huawei auf dem chinesischen Markt. Dieser wuchs von 2,2 Prozent in 2018 auf 9,7 Prozent im vergangenen Jahr.
Doch für Intel könnte bald Schluss sein. Die Genehmigung soll im Laufe des Jahres auslaufen und auf eine Verlängerung kann Intel dem Bericht zufolge nicht mehr hoffen. Auch Huawei scheint sich darauf bereits einzustellen – Huawei-Notebooks in China werden seit Kurzem mit einem hauseigenen Kirin-SoC bestückt .
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