Handelskrieg: US-Embargo zwingt ZTE zum Austausch der Führungsebene

ZTE stellt neue Chefs ein, da die USA es so verlangen. Das Unternehmen muss sich den Bedingungen fügen, wenn es jemals wieder aus dem Embargo herauskommen will. Momentan darf es temporär wieder US-Produkte einkaufen - etwa Prozessoren von Qualcomm.

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Das Axom M ist ein ZTE-Produkt, das vom Embargo betroffen sein kann.
Das Axom M ist ein ZTE-Produkt, das vom Embargo betroffen sein kann. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Der chinesische Smartphonehersteller und Netzwerkausrüster ZTE wechselt das gesamte Führungsteam aus. Die Stellen des CEO, CTO und CFO werden mit neuen Mitarbeitern besetzt. Der neue CEO wird Xu Ziyang sein. Er hat bisher als Chef im deutschsprachigen Raum agiert und ist bereits seit etwa 20 Jahren im Unternehmen tätig, berichtet das US-IT-Magazin Ars Technica.

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Grund für den Wechsel in der Führung ist das Embargo der USA, deren Regierung amerikanischen Unternehmen wie Qualcomm und Google eine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen verbot. Dadurch musste im Mai die komplette Produktion bei ZTE eingestellt werden. Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, entgegen der Handelssperre der USA Hardware an Länder wie den Iran und Nordkorea zu verkaufen. ZTE hat das später zugegeben.

Zahlungen und Verluste in Milliardenhöhe

Allerdings konnte sich das chinesische Unternehmen wohl mit der US-Regierung einigen - unter strikten Bedingungen. ZTE muss insgesamt etwa 1,4 Milliarden US-Dollar Strafe bezahlen. Bereits im Jahr zuvor wurden Strafen in Höhe von etwa 890 Millionen US-Dollar verhängt. Ursprünglich sollte der Exportbann sieben Jahre lang aufrechterhalten werden.

Mittlerweile scheint ZTE jedoch zumindest eine temporäre Chance zu erhalten: Das Unternehmen darf bis Anfang August Qualcomm-Prozessoren kaufen. Die Ankündigung ließ die zuvor drastisch gefallenen Aktien im Wert steigen, berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg. Sie konnten um etwa 7,6 Prozent zulegen. Trotzdem wird erwartet, dass sich das Unternehmen vom Embargo erst einmal erholen muss: Bloomberg schätzt den Verlust auf mindestens 3 Milliarden US-Dollar ein.

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