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Handelskrieg: Trump erhebt Strafzölle gegen Grönland-Unterstützer

US-Präsident Trump macht seine Drohung wahr und erhebt Strafzölle gegen acht europäische Alliierte, darunter Deutschland. Bis zu 25 Prozent sind geplant.
/ Friedhelm Greis
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Proteste in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen gegen eine Annexion Grönlands durch die USA. (Bild: Tom Little/Reuters)
Proteste in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen gegen eine Annexion Grönlands durch die USA. Bild: Tom Little/Reuters
Inhalt
  1. Handelskrieg: Trump erhebt Strafzölle gegen Grönland-Unterstützer
  2. EU-Parlament könnte Umsetzung blockieren

Die USA wollen in Kürze neue Strafzölle gegen acht europäische Länder und Nato-Alliierte erheben, die die Annexion Grönlands durch die USA nicht unterstützen. Das teilte US-Präsident Donald Trump am 17. Januar 2026 auf seinem Portal Truth Social mit(öffnet im neuen Fenster) . Vom 1. Februar 2026 an werde auf alle Waren, die aus Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, die Niederlande und Finnland in die USA eingeführt würden, ein Zoll von 10 Prozent erhoben.

"Am 1. Juni 2026 erhöht sich der Zoll auf 25 Prozent" , schrieb Trump weiter. Der Zoll sei "so lange fällig und zu entrichten, bis ein Abkommen über den vollständigen Kauf Grönlands erzielt ist" .

Trump will angeblich Weltfrieden schützen

Laut Trump steht ohne den Zugriff der USA auf die Insel der Weltfrieden auf dem Spiel. "China und Russland beanspruchen Grönland für sich, und Dänemark kann nichts dagegen tun" , schrieb der US-Präsident ohne Nachweis für seine Behauptung.

Trump warf den acht genannten Ländern vor, aus "unbekannten Gründen" zuletzt die Insel besucht zu haben. "Dies ist eine sehr gefährliche Situation für die Sicherheit und das Überleben unseres Planeten. Diese Länder, die dieses gefährliche Spiel spielen, haben ein Risiko in Kauf genommen, das nicht tragbar und nicht nachhaltig ist" , hieß es weiter. Daher sei es "zum Schutz des Weltfriedens und der globalen Sicherheit unerlässlich, dass strenge Maßnahmen ergriffen werden, damit diese potenziell gefährliche Situation schnell beendet wird" .

Keine Einigung in Gesprächen mit US-Regierung

Entsprechende Drohungen hatte Trump bereits bei einem Treffen im Weißen Haus ( Video ab 21:15(öffnet im neuen Fenster) ) am 16. Januar 2026 geäußert. Demnach will er Länder wie Frankreich oder Deutschland mit Drohungen zu höheren Zöllen dazu bringen, niedrigere Preise für Medikamente in den USA in Kauf zu nehmen, wodurch die Preise in Europa vermutlich steigen werden(öffnet im neuen Fenster) . Dann fügte Trump hinzu: "Und das könnte ich auch für Grönland tun. Ich könnte Zölle für Länder einführen, die beim Thema Grönland nicht mitmachen, denn wir brauchen Grönland für die nationale Sicherheit."

Ein Gespräch zwischen hochrangigen Vertretern Dänemarks und Grönland auf der einen sowie Vertretern der US-Regierung auf der anderen Seite war am 15. Januar 2026 ohne Einigung geendet(öffnet im neuen Fenster) . "Wir waren leider nicht so erfolgreich, dass wir zu einem Ergebnis gekommen sind, bei dem unsere amerikanischen Kollegen gesagt hätten: 'Entschuldigung, das war ein völliges Missverständnis, wir geben unsere Ambitionen auf'" , sagte der dänische Außenminister Lars Lökke Rasmussen nach dem Treffen mit US-Vizepräsident James Vance und US-Außenminister Marco Rubio laut Tagesschau.de.


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