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Handelskrieg: Trump droht mit 100 Prozent Zöllen auf Chips

US-Präsident Trump setzt weiter auf hohe Importzölle, um Druck auf Hersteller zu erzeugen. Wer viel in den USA investiert, bleibt verschont.
/ Friedhelm Greis
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US-Präsident Trump droht wieder einmal mit hohen Zöllen. (Bild: Jonathan Ernst/Reuters)
US-Präsident Trump droht wieder einmal mit hohen Zöllen. Bild: Jonathan Ernst/Reuters

Mit der Drohung eines 100-prozentigen Importzolls will US-Präsident Donald Trump Halbleiterhersteller zu Investitionen in den USA zwingen. "Wir werden einen Zoll von etwa 100 Prozent auf Chips und Halbleiter erheben" , sagte Trump am 6. August 2025 im Weißen Haus(öffnet im neuen Fenster) und fügte hinzu: "Aber wenn Sie in den Vereinigten Staaten von Amerika bauen, fallen keine Kosten an, obwohl Sie bauen und noch nicht produzieren, gemessen an der großen Anzahl an Arbeitsplätzen und all den Dingen, die Sie bauen."

Trump kündigte die neuen Zollpläne im Beisein von Apple-Chef Tim Cook an. Dieser versicherte, dass Apple in den kommenden Jahren zusätzliche 100 Milliarden US-Dollar in die Fertigung innerhalb der USA investieren werde . Dadurch steigen Apples geplante Investitionen in den USA bis 2029 auf 600 Milliarden US-Dollar.

Trump warnte die Unternehmen vor Konsequenzen, falls die angekündigten Investitionen ausblieben: "Wenn Sie aus irgendeinem Grund sagen, dass Sie bauen, und Sie bauen nicht, dann gehen wir zurück und holen es. Wir addieren es, es sammelt sich an, und wir stellen es Ihnen später in Rechnung. Sie müssen zahlen. Und das ist eine Garantie."

Taiwan und Südkorea rechnen mit Ausnahmen

Unklar ist, welche Produkte und Unternehmen von den Zöllen betroffen sein werden. Es gibt bislang noch keinen offiziellen Präsidentenerlass, der entsprechende Details regelt.

Einem Bericht des Wirtschaftsdienstes Bloomberg zufolge(öffnet im neuen Fenster) ist Taiwans führender Chiphersteller TSMC von dem Zoll ausgenommen, weil das Unternehmen in den USA Werke errichten will. United Microelectronics könnte ebenfalls verschont werden, weil das Unternehmen mit Intel kooperiert.

Die südkoreanischen Hersteller Samsung und SK Hynix gehen laut Reuters(öffnet im neuen Fenster) ebenfalls von einer Ausnahmeregelung aus. So habe Samsung in zwei Chipfabriken im texanischen Austin und Taylor investiert, während SK Hynix Pläne zum Bau einer fortschrittlichen Chipfabrik sowie einer Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für Produkte der künstlichen Intelligenz in Indiana angekündigt habe, schreibt der Nachrichtendienst.

In seinem Werk in Austin will Samsung unter anderem digitale Bildsensoren für Apple produzieren. Apple will seiner Mitteilung zufolge(öffnet im neuen Fenster) mit Samsung kooperieren, "um eine innovative neue Technologie für die Herstellung von Chips einzuführen, die noch nie zuvor irgendwo auf der Welt verwendet wurde" .

Apple nannte in der Mitteilung zwar keine weiteren Details, doch einem Bericht der Financial Times(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge handelt es sich bei den Chips um einen dreischichtigen Bildsensor, der im iPhone 18 zum Einsatz kommen soll.


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