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Handelskrieg: Tesla stoppt Bestellung von Luxusmodellen in China

Der Zollstreit zwischen China und den USA betrifft auch Tesla . Stärker als die Autosparte dürfte jedoch ein anderer Geschäftsbereich leiden.
/ Friedhelm Greis
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Tesla-Chef Elon Musk und US-Präsident Donald Trump (r.) mit einem Model S vor dem Weißen Haus (Bild: Samuel Corum/Pool via CNP/Reuters)
Tesla-Chef Elon Musk und US-Präsident Donald Trump (r.) mit einem Model S vor dem Weißen Haus Bild: Samuel Corum/Pool via CNP/Reuters

Der US-Elektroautohersteller Tesla reagiert auf die Eskalation des Zollstreits zwischen US-Präsident Donald Trump und China. Nachdem China die Einfuhrzölle auf US-Produkte auf 125 Prozent erhöhte, entfernte Tesla die in Kalifornien produzierten Model S und X aus dem Bestellangebot für chinesische Käufer. Die in China produzierten Modelle 3 und Y sind vom Handelskrieg nicht betroffen.

Der Zollstreit mit China eskalierte, nachdem Trump am 2. April 2025 praktisch sämtliche Staaten weltweit mit höheren Einfuhrzöllen belegt hatte . Da die US-Regierung die Höhe der sogenannten reziproken Zölle nach dem Verhältnis des Handelsdefizits zu den Importen berechnete, erhöhte sich der Importzoll für chinesische Waren zunächst um 34 Prozent. Da China mit Gegenzöllen in gleicher Höhe reagierte, schaukelte sich der Streit weiter hoch. Während die USA nun 145 Prozent auf China-Importe verlangen, setzte China den Zoll für US-Importe auf 125 Prozent fest.

Die im Luxussegment angesiedelten Model S und Model X dürften damit in China praktisch unverkäuflich geworden sein. Nach Einschätzung von Branchenexperten(öffnet im neuen Fenster) lieferte Tesla im vergangenen Jahr nur 2.000 Exemplare der beiden Modelle in China aus, allerdings mit höheren Margen als beim Model 3 und Model Y, die für den Massenmarkt gebaut werden.

Hohe Zölle auf Batteriezellen für Megapacks

Problematischer dürfte sich der Handelsstreit auf das wachsende Batteriespeichergeschäft von Tesla auswirken. Denn laut Electrek.co(öffnet im neuen Fenster) bezieht Tesla für die sogenannten Megapacks(öffnet im neuen Fenster) wohl ausschließlich LFP-Zellen des chinesischen Herstellers CATL. Darüber hinaus habe das Unternehmen vor kurzem mit dem Bau einer Fabrik in Schanghai begonnen, um dort die Batteriespeicher zu produzieren. Ein Export dieser Speicher in die USA würde sich nun erheblich verteuern.

Große Batteriespeicher spielen eine wichtige Rolle beim Ausbau der erneuerbaren Energien. Sie können beispielsweise Belastungsspitzen ausgleichen und Sonnenenergie speichern, die in den Mittagsstunden produziert und nicht benötigt wird.

Macht Trump eine Ausnahme für Tesla?

Es ist daher nachvollziehbar, dass sich Trumps Berater Elon Musk gegen den Zollkrieg ausgesprochen hat. So bezeichnete er Trumps Handelsberater Peter Navarro als "Idioten" und "dümmer als ein Sack Ziegelsteine" .

Trump zieht nach eigenen Angaben in Erwägung, einige US-Unternehmen von den gegenseitigen Zöllen auszunehmen. "Es gibt einige, die hart getroffen worden sind. Es gibt einige, die aufgrund der Art des Unternehmens etwas härter getroffen werden. Und wir werden uns das ansehen" , sagte Trump. Über mögliche Ausnahmen würde "instinktiv" entschieden.

Trump setzt jedoch in der Energiepolitik voll auf fossile Energieträger. Zuletzt ordnete er per Dekret an, wieder mehr Kohle zur Energiegewinnung zu verbrennen(öffnet im neuen Fenster) . Dabei behauptete er fälschlicherweise, in Deutschland werde jede Woche ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb genommen. Es würde daher Trumps Energiepolitik diametral widersprechen, Batteriespeicher für Tesla von hohen Zöllen auszunehmen.


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