Handelskrieg: Streit um Tiktok geht unvermindert weiter

Wer hat künftig die Mehrheit bei der Video-App Tiktok? US-Präsident Trump und Oracle widersprechen dem chinesischen Eigentümer Bytedance.

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US-Präsident Donald Trump droht weiter mit dem Scheitern des Tiktok-Deals.
US-Präsident Donald Trump droht weiter mit dem Scheitern des Tiktok-Deals. (Bild: Kevin Dietsch/Pool/Abacapress)

Trotz einer angeblichen Einigung über den Einstieg der US-Unternehmen Oracle und Walmart ist die Zukunft der Video-App Tiktok in den USA weiter offen. US-Präsident Donald Trump drohte der New York Times zufolge am Montag mit einer Blockade des Deals, wenn der chinesische Eigentümer Bytedance nicht vollständig die Kontrolle über die App abgeben werde. Die regierungsnahe chinesische Global Times schrieb am Montag: "China wird diese Schikanierung durch die USA nicht akzeptieren."

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Erst am vergangenen Wochenende hatte Trump den Einstieg des Softwarekonzerns Oracle und der Einzelhandelskette Walmart bei Tiktok gebilligt. Demnach soll Oracle alle Daten von US-Nutzern verarbeiten und sich um die dazugehörigen technischen Systeme kümmern. Oracle sollte vor einem Börsengang von Tiktok Global einen Anteil von 12,5 Prozent an der Firma übernehmen und Walmart 7,5 Prozent halten. Zuvor hatten die USA gedroht, die Downloads der App zu stoppen und jeden Traffic zu sperren.

Bytedance soll komplett herausgedrängt werden

Doch über die geplanten Mehrheitsverhältnisse an der App gibt es nun widersprüchliche Aussagen. Ein Vertreter von Oracle sagte am Montag vor Journalisten, nach der Bildung von Tiktok Global würden Oracle und Walmart ihre Investitionen tätigen und der 80-prozentige Anteil von Bytedance werde in gleichen Anteilen auf die bisherigen Anteilseigner verteilt. "Amerikaner werden die Mehrheit haben, und Bytedance wird keinen Anteil mehr an Tiktok Global haben", sagte Oracle-Manager Kevin Glueck laut New York Times.

Der Global Times zufolge soll Tiktok Global sämtliche Aktivitäten der App außerhalb Chinas umfassen, damit auch die europäischen Nutzer. Zugriffe von China aus auf die App sollen blockiert werden. Dem Kommentar zufolge verletzt dieses Vorgehen der USA "Chinas nationale Sicherheit, Interessen und Würde". China werde den US-amerikanischen Einschüchterungsversuchen nicht nachgeben und keine ungleiche Vereinbarung akzeptieren. Washington habe die chinesische Entschlossenheit unterschätzt, seine Rechte und Würde zu verteidigen.

Tiktok als Präzedenzfall?

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Trump hatte am Montag in einem Interview mit dem Fernsehsender Fox News gesagt, dass Bytedance nichts mehr mit Tiktok Global zu tun haben dürfe, "und falls doch, machen wir diesen Deal nicht mehr". Oracle und Walmart würden die Kontrolle übernehmen, sagte Trump und fügte hinzu: "Und wenn wir feststellen, dass sie nicht die vollständige Kontrolle haben, werden wir das Geschäft nicht genehmigen."

Die Global Times sieht hingegen in dem Vorgehen der Trump-Regierung einen möglichen Präzedenzfall. "Wenn der Umbau von Tiktok durch US-Manipulationen zum Modell wird, bedeutet dies, dass jedes erfolgreiche chinesische Unternehmen, sobald es sein Geschäft auf die USA ausdehnt und wettbewerbsfähig wird, von den USA ins Visier genommen und durch Tricks und Zwang in ein von den USA kontrolliertes Unternehmen verwandelt wird, das am Ende nur noch US-Interessen dient", schreibt das Blatt.

Einem Bericht des Wall Street Journals (Paywall) zufolge sollen Oracle-Chef Larry Ellison und Walmart-Chef Doug McMillon die Zustimmung Trumps bekommen haben, indem sie ihm fünf Milliarden US-Dollar für einen Bildungsfonds in Texas versprachen. Doch auch die Verwendung dieses Geldes ist wie vieles bei dem Deal weiter unklar.

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