Handelskrieg: Huawei will auf Smartphone-Thron zurückkehren
Huawei will im Bereich Smartphones weiter existieren und "irgendwann auf den Smartphone-Thron" zurückkehren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf ein internes Transkript einer Frage- und Antwortrunde mit Rotating Chairman Guo Ping. "Jeder weiß, dass Smartphones Chips mit fortschrittlicher Technologie in kleiner Größe und mit geringem Stromverbrauch benötigen. Huawei kann sie entwickeln, aber niemand kann für uns produzieren: Wir stecken fest." Guo fügt jedoch hinzu, dass die Probleme künftig lösbar seien.
Er führt nicht weiter aus, wie das geschehen soll. Wie Golem.de aus informierten Kreisen erfahren hat, versucht Huawei die internationalen Lieferketten neu zu strukturieren. The Hubble Technology Investment, eine Einheit Huaweis, investierte kürzlich 82 Millionen Yuan (12,8 Millionen US-Dollar) in Beijing RSLaser Opto-Electronics Technology Co, die Lithographie-Maschinen herstellt, berichtete Gizmo China .
Der Chipmaschinenhersteller Shenzhen JT Automation Equipment gab bekannt, mit Huaweis Hisilicon Technologies eine fünfjährige rechtsverbindliche Absichtserklärung zur Zusammenarbeit unterzeichnet zu haben. "Huaweis Hisilicon verstärkt seine Bemühungen, den Aufbau einer inländischen Chip-Packaging- und Testlieferkette voranzutreiben" , erklärte Shenzhen JT Automation Equipment laut der japanischen Wirtschaftszeitung Nikkei(öffnet im neuen Fenster) in einer Pflichtmitteilung an der Börse. Hisilicon Technologies ist der größte Chipentwickler Chinas.
Durch den Handelskrieg zwischen den USA und China kann Huawei kaum noch Smartphones verkaufen. Das US-Handelsministerium hat alle Geschäfte untersagt, die ein angebliches "Risiko für die USA darstellen" . Belege für Anschuldigungen gegen Huawei wegen Hintertüren in Produkten oder einer Zusammenarbeit mit dem chinesischen Geheimdienst legten die USA jedoch niemals vor.
Seit Huawei keine Google-Apps mehr auf seinen Geräten vorinstallieren darf, sind die Verkäufe im Ausland stark zurückgegangen. Zudem hat das Unternehmen Schwierigkeiten, an Smartphone-Bauteile wie moderne SoCs zu kommen, wodurch auch der Markt in China eingebrochen ist: Durch das zusätzliche Nutzungsverbot von US-Technologie für Huawei kann der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC keine SoCs mehr für Huaweis Chipbereich Hisilicon produzieren. Weltweit ist jeder Auftragshersteller, der Chip-Maschinen aus den USA benutzt, von dem Verbot betroffen.
Huawei: Keine Smartphones in Barcelona
Am riesigen Messestand des chinesischen Konzerns im Juni 2021 auf dem wichtigsten Branchenevent Mobile World Congress in Barcelona wurden statt neuer Smartphones andere Geräte wie Smart Watches, Notebooks, Bildschirme und Home Gadgets gezeigt. In dem neuen Flaggship Store in Berlin bietet sich das gleiche Bild.
Nach Angaben des Marktforschungsunternehmen IDC ist der ehemalige Marktführer Huawei auch in seinem angestammten Heimatmarkt China aktuell nicht mehr konkurrenzfähig. International ist Huawei bereits seit längerem nicht mehr in der Spitze vertreten. Huawei hat im zweiten Quartal 2021 in China so wenig Smartphones verkauft, dass der Konzern nur noch in der Kategorie "Sonstige" zu finden ist. Im dritten Quartal 2021 könnte es für Huawei besser laufen, wenn der Hersteller neue Modelle vorgestellt hat.
Huaweis Umsatz bricht massiv ein
Der Umsatz von Huawei brach in der ersten Hälfte dieses Jahres um 29 Prozent ein, der größte Rückgang aller Zeiten, wobei der Umsatz seiner Consumer-Gruppe, zu der Smartphones gehören, um 47 Prozent auf 135,7 Milliarden Yuan (21 Milliarden US-Dollar) sank.
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