Handelskrieg: Huawei füllt Lager für ein Jahr und baut Inlandsfabriken aus

Huawei lässt seine Auftragshersteller neue Fabriken in China bauen und füllt die Lager, weil eine Verschärfung des US-Embargos droht. Der Schwerpunkt liegt auf Mobilfunk-Ausrüstung.

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Die weltweite IT-Branche bricht wegen Trump in zwei Hälften.
Die weltweite IT-Branche bricht wegen Trump in zwei Hälften. (Bild: Huawei/Montage: Golem.de)

Huawei erhöht wegen der Verschärfung des US-Embargos seine Vorräte und Bestellungen an technischen Komponenten aus dem Ausland. Das berichtet die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei Asian Review unter Berufung auf mehrere unternehmensnahe Personen. Das Volumen soll annähernd für ein Jahr ausreichen.

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Jährlich kauft Huawei im Ausland Hardware und Software für rund 70 Milliarden US-Dollar ein. Der Schwerpunkt liegt aktuell auf Produkten von Telekommunikationsausrüstern.

"Wir haben uns die Worst-Case-Szenarien angesehen", sagte ein Manager von UMC, der Huawei indirekt beliefert, zu Nikkei. Mark Liu, der Chef von TSMC, sagte, sein Unternehmen sei bereit, mit allen "neuen Exportkontrollbestimmungen umzugehen".

Die New Kinpo Group, ein Auftragshersteller des britischen Hausgeräteherstellers Dyson und des US-amerikanischen Computerherstellers HP, errichtet laut Nikkei einen neuen Produktionskomplex für Huawei im chinesischen Yueyang.

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Huawei hat auch Unimicron und Nan Ya Printed Circuit Board, beide führende Leiterplattenhersteller, gebeten, beim Aufbau neuer Produktionskapazitäten in China mitzuwirken, wo 4G- und 5G-Basisstationen, Server und Switches hergestellt werden.

"Es gibt einen klaren Trend, dass Huawei viele Zulieferer auffordert, ihre Produktion nach China zu verlagern, wenn das möglich ist", sagte ein anderer Zulieferer von Huawei zu Nikkei. "Sie glauben, dass es der sicherste Weg ist, möglichst viele Komponenten auf chinesischem Boden herzustellen."

Ren Zhengfei, der Gründer und Vorstandsvorsitzende von Huawei, sagte am Dienstag auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, sein Unternehmen sei darauf vorbereitet, dass die Sanktionen verschärft würden, und die Auswirkungen seien "nicht sehr bedeutend".

Wenn Chips und andere Komponenten im Ausland hergestellt werden und weniger als 25 Prozent US-amerikanisches Material enthalten, können sie bisher lizenzfrei an Huawei verkauft werden. Eine vom US-Handelsministerium vorgeschlagene neue Regelung würde diesen Prozentsatz bei Huawei auf 10 Prozent reduzieren, sagten mit den Planungen vertraute Personen dem Wall Street Journal im Januar 2020.

Dies ist eine Reaktion darauf, dass der Boykott durch das Handelsministerium vom Mai 2019 keine großen Wirkungen auf Huawei zeigte. Viele US-amerikanische Unternehmen bauen Chips im Ausland, so dass sie nach einer ersten Schockstarre weiterhin an Huawei verkauften. Gleichzeitig fand Huawei für viele Komponenten alternative Quellen, einschließlich seines eigenen Chip-Entwicklers Hisilicon. Das Unternehmen ist jetzt in der Lage, 5G-Ausrüsung komplett ohne Komponenten aus den USA zu bauen.

Huawei erwartet laut Nikkei, dass die Verschärfung der US-Sanktionen im nächsten Monat in Kraft gesetzt wird.

Asiatische Zulieferer von Huawei wie TSMC aus Taiwan, der weltweit größte Auftrags-Chiphersteller und auch Apples größter Chiplieferant, hat weniger als 25 Prozent US-amerikanischen Anteile in seinen Komponenten. Jetzt sagten Quellen Nikkei jedoch, dass die Schwelle auf 10 Prozent oder sogar 0 Prozent gesenkt werden könnte, - so streng wie die Sanktionen sind, mit denen der Iran konfrontiert ist.

Ein erweiterter Boykott würde ein breiteres Spektrum von US-Unternehmen wie Corning treffen, das Huawei mit Glas für seine Smartphones beliefert, sowie asiatische Anbieter wie Sony, den Displayhersteller Japan Display, das südkoreanische LG Display, Samsung und United Microelectronics Corp.

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