Handelskrieg: Huawei-Chef kritisiert Rückständigkeit in den USA

Eric Xu von Huawei reicht es offenbar. In den USA haben Abgeordnete nun sogar die Zusammenarbeit mit Universitäten als Problem für die nationale Sicherheit eingestuft. Xu zweifelt ihre Bildung und Intelligenz an.

Artikel veröffentlicht am ,
Studenten und Huawei im jahr 2016
Studenten und Huawei im jahr 2016 (Bild: Huawei)

Huawei-Chef Eric Xu hat sich in ungewohnt scharfen Worten gegen Anschuldigungen gewandt, der weltgrößte Netzwerkausrüster bedrohe die nationale Sicherheit in den USA. Im Handelskrieg gegen China hatten der Kongressabgeordnete Jim Banks und Senator Marco Rubio mit anderen an den Bildungsminister geschrieben und gefordert, eine Untersuchung darüber zu beginnen, ob Huawei US-amerikanische Forschung durch Projekte mit Dutzenden von Universitäten stiehlt.

Der derzeit den Konzern führende Rotating Chief Executive Officer (CEO) erklärte: "Für mich sind beide Kongressvertreter ziemlich engstirnig und schlecht informiert. Es scheint, als wären ihre Körper im Informationszeitalter angekommen, aber ihr Verstand noch im Agrarzeitalter."

Es sei bekannt, dass Universitäten vor allem in der Grundlagenforschung tätig seien. Von der Grundlagenforschung bis zur kommerziellen Anwendung sei es ein langer, beschwerlicher Weg. "Wir alle wissen, dass die Wissenschaft keine nationalen Grenzen kennt. Jeder auf der Welt lernt und benutzt die Newtonschen Gesetze der Bewegung. Ich weiß nicht, ob diese beiden Kongressabgeordneten sie je gelernt oder benutzt haben", sagte Xu. Huawei ist anders als der staatliche Konkurrent ZTE ein Privatunternehmen in Form einer Genossenschaft.

Huawei vom US-Markt weitgehend ausgeschlossen

Die Forschungsergebnisse der Universitäten würden durch Partnerschaften weltweit offen ausgetauscht - durch Dissertationen und Arbeiten von Professoren, Doktoranden und Postgraduierten, sagte Xu. Huawei habe keinen exklusiven Zugang zu den Ergebnissen dieser Partnerschaften. Er fügte hinzu: "Wir profitieren, wie alle anderen auch, von der allgemeinen Weiterentwicklung von Wissenschaft und Technik."

Auch der Vizepräsident der Universität von Toronto hatte sich nach Angriffen auf Huawei gegen nationale Abschottung in der Forschung gewandt.

US-Handelsminister Wilbur Louis Ross hatte dagegen in einem Interview des Senders CNBC gesagt: "Ich habe viele Gerüchte über Huawei gehört. Im Moment glaube ich nicht, dass unser Ministerium Verstöße von Huawei festgestellt hat." In den USA ist Huawei vom US-Markt für Netzwerke ausgeschlossen. Ein Gesetz, das US-Netzbetreibern verbietet, Ausrüstung in China zu kaufen, existiert jedoch nicht. Es gibt nach Informationen von Golem.de jedoch Drohungen, dass der Betreiber nachteilige Konsequenzen wie das Ausbleiben staatlicher Aufträge zu befürchten hat oder dass es imageschädigend für das Geschäft mit Privatkunden sei. Nur kleinere regionale US-Netzbetreiber sind von dem Bann nicht erfasst. Huawei ist in Deutschland Partner der Telekom, der Telefónica und Vodafone beim Aufbau eines 5G-Netzes und von kommunalen Unternehmen wie M-net in München beim G.fast-Ausbau und FTTB (Fiber To The Building).

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed

Auch zu diesem Thema:



Gromran 02. Jul 2018

Klar passt das ins Konzept. Sogar sehr gut in das Konzept der korrupten US-Machtelite (zu...

Gromran 02. Jul 2018

Dass es immer noch welche gibt, die an den Unfug der "freien" Software glauben... (ja...

bombinho 30. Jun 2018

Du meinst, wenn die Chinesen nicht "Made in Germany" erfolgreich interpretiert haetten ;)

plutoniumsulfat 30. Jun 2018

Ich weiß nicht, woher dieser Irrglaube kommt. Viele große Innovationen gab es auch ohne...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Jack Kilby
Der Ingenieur, der den Mikrochip erfand

Am 6. Februar 1959 wurde Jack Kilbys Patent für den Mikrochip eingereicht. Und das war nicht das einzige Interessante im Leben des Nobelpreisträgers.
Ein Porträt von Elke Wittich

Jack Kilby: Der Ingenieur, der den Mikrochip erfand
Artikel
  1. Künstliche Intelligenz: So funktioniert ChatGPT
    Künstliche Intelligenz
    So funktioniert ChatGPT

    Das mächtige Sprachmodell ChatGPT erzeugt Texte, die sich kaum von denen menschlicher Autoren unterscheiden lassen. Wir erklären die Technologie hinter dem Hype.
    Ein Deep Dive von Helmut Linde

  2. Liberty Lifter: Zwei Teams entwickeln ein Ekranoplan für das US-Militär
    Liberty Lifter
    Zwei Teams entwickeln ein Ekranoplan für das US-Militär

    Die Darpa hat zwei Konzepte für den Liberty Lifter ausgewählt. Das Bodeneffektfahrzeug soll künftig US-Truppen und Ausrüstung über das Wasser transportieren.

  3. Programmiersprache: C++ - da ist noch Musik drin!
    Programmiersprache
    C++ - da ist noch Musik drin!

    Viele Entwickler sind dankbar für Impulse neuer Programmiersprachen, die Verbesserungen und Vereinfachungen in Aussicht stellen. Hat das uralte C++ mit seinen einzigartigen Vorteilen dagegen eine Chance?
    Ein Deep Dive von Adam Jaskowiec

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RAM im Preisrutsch - neue Tiefstpreise! • Powercolor RX 7900 XTX 1.195€ • AMD Ryzen 7 5800X3D 329€ • Nur noch heute TV-Sale mit bis 77% Rabatt bei Otto • Lenovo Tab P11 Plus 249€ • MindStar: Intel Core i7 13700K 429€ • Logitech G915 Lightspeed 219,89€ • PCGH Cyber Week [Werbung]
    •  /