Handelskrieg: Chinesische Hersteller liefern eigene 5G-Chips aus

Sieben chinesische Hersteller kommen bei der Produktion von HF-Chips für 5G weiter. Das berichtet Henrik Bork, Analyst bei Asia Waypoint in Beijing, in dem Fachmagazin Elektronikpraxis(öffnet im neuen Fenster) .
Maxscend Technologies, Fuman Microelectronics und Shenzhen Microgate Technology haben HF-Chips für 5G (Hochfrequenz-integrierte Schaltkreise - RFIC) selbst entwickelt, produziert und an chinesische Smartphonehersteller ausgeliefert, erklärte Bork unter Berufung auf das chinesische Fachportal Weike Wang(öffnet im neuen Fenster) . "Die US-Sanktionen werden das Wachstum der chinesischen Chip-Industrie nur beschleunigen" , heißt es in dem Bericht.
"Die USA kontrollieren den Markt, weil sie gemeinsam mit Japan eine Schlüsselkomponente von 5G-HF-Chips monopolisiert haben - den Filter. Die USA und Japan haben 95 Prozent vom Weltmarkt für Filter" berichtet Weike Wang.
Damit hofft der chinesische Smartphonehersteller Huawei trotz des amerikanisch-chinesischen Handelskriegs bald wieder 5G-Geräte anbieten zu können. Doch HF-Chips reichen nicht aus, benötigt würden "auch SoCs vom Design bis zur Produktion" , zitiert Bork das Fachportal 36kr(öffnet im neuen Fenster) . Der Markt für 5G-Chipsätze unterteilt sich in anwendungsspezifische integrierte Schaltkreise (ASIC), Hochfrequenz-integrierte Schaltkreise (RFIC) und Chips mit Millimeterwellentechnologie.
Keine 5G-Handys von Huawei, oder doch?
Huawei kann durch das Nutzungsverbot von US-Technologie keine modernen Chips mehr von den Auftragsherstellern TSMC und Samsung Foundries produzieren lassen. Weltweit ist jeder Auftragshersteller, der Chipmaschinen mit Technologie aus den USA benutzt, von dem Verbot betroffen. 5G-Smartphones kann Huawei darum schon länger nicht mehr anbieten, auch nicht die der Mate-50-Serie.
Vor dem Jahr 2020 war Huawei unter den Top-Smartphone-Anbietern und sogar im Begriff, Apple zu überholen. Weil Huawei auch keine Google-Apps mehr auf seinen Geräten vorinstallieren darf, gingen die Verkäufe aber stark zurück.
Huawei arbeite mit einem Start-up in Shenzhen zusammen , das Chipherstellungsanlagen - auch von ausländischen Lieferanten - für eine Fertigungsanlage bestellt habe, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Das junge Unternehmen Pengxinwei IC Manufacturing Co. (PXW) wird von einem ehemaligen Huawei-Manager geleitet und baut laut Aufzeichnungen und Satellitenfotos Anlagen in der Nähe des Huawei-Hauptsitzes.
Ein Workaround ist das 5G-Plug-on von Soyea Technology aus China. Das 5G-Cover verfügt über ein eingebautes eSIM-Modul mit Hardware. In der Hülle stecken ein Modem, eine CPU mit zwei 1,35 GHz Rechenkernen und Antennen. Die Verbindung zum Smartphone wird über USB Typ-C hergestellt. Die 5G-Hülle ist 3,2 Millimeter stark und wiegt 52 Gramm. 5G und die Signalstärke werden wie gewohnt links oben auf dem Smartphone-Display von Huawei angezeigt.



