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Handelskrieg: China will nur noch eigene PCs einsetzen

Behörden und staatliche Betriebe sollen auf Hardware und Software aus China setzen. Der Übergang dauert zwei Jahre und trifft Dell und HP.

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Auftragsproduktion von Notebooks in China (Bild: STR/AFP via Getty Images)

China hat zentrale Regierungsbehörden und staatlich unterstützte Unternehmen angewiesen, PCs ausländischer Marken innerhalb von zwei Jahren durch inländische Alternativen zu ersetzen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit dem Plan vertraute Personen.

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Damit würden mindestens 50 Millionen PCs allein auf der Ebene der Zentralregierung ersetzt. Dies wird sich auf die Verkäufe der US-Konzerne HP und Dell Technologies auswirken, sie sind nach dem chinesischen Hersteller Lenovo die größten PC-Marken in dem Land.

Chinesische Firmen wie Lenovo, Huawei und Inspur gehören zu den weltgrößten Herstellern von Notebooks und Servern, während lokale Softwareentwickler wie Kingsoft und Standard Software bei Bürosoftware Fortschritte gegenüber Microsoft und Adobe gemacht haben. China wird auch Linux-basierte Betriebssysteme unterstützen, um Microsofts Windows zu ersetzen.

Cisco bleibt mit Inspur im Joint Venture

Laut einer der genannten Personen ist Standard Software aus Shanghai hier einer der führenden Anbieter, berichtet Bloomberg. Aber auch Dell setzt in China auf Linux.

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Der US-Konzern Cisco betreibt in China ein Joint Venture mit dem staatlichen Konzern Inspur, obwohl sich dieser auf der erweiterten Entity List der USA befindet. Das wohl bekannteste Unternehmen auf der Entity-Liste ist Huawei.

Mit einem am 15. Mai 2019 erlassenen Dekret erklärte der damalige US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand für die Telekommunikation. Das US-Handelsministerium untersagte alle Geschäfte, die "ein Risiko für die USA darstellen", und Huawei wurde auf die Entity-Liste gesetzt. US-Präsident Joe Biden erweiterte die Liste sogar noch.

China will den Einsatz inländischer PCs später auf die Provinzregierungen ausweiten und auch den gesetzten Zeitrahmen von zwei Jahren einhalten. Bestimmte Behörden, darunter staatliche Medien und Cybersicherheitsbehörden, könnten weiterhin mit Sondergenehmigungen ausländische Geräte kaufen, sagte eine der Quellen zu Bloomberg. Bei Prozessoren ist China weiter stark von den USA abhängig.