Handelskrieg: Apple Watch und anderen Gadgets drohen Strafzölle

In der handelspolitischen Auseinandersetzung zwischen den USA und China könnte erstmals auch die Hightechbranche in größerem Umfang betroffen sein. Der Apple Watch soll ein Preisaufschlag von 10 Prozent drohen, schreibt Reuters(öffnet im neuen Fenster) . Nach Informationen der Nachrichtenagentur stehen auf einer Liste der zuständigen Behörde U.S. Customs and Border Patrol außerdem die ebenfalls in China hergestellten Fitbit-Tracker Charge und Charge HR, die eigentlich schon länger veraltete und durch Nachfolger ersetzte Sportuhr Fitbit Surge sowie von Sonos die Lautsprecher Play:3, Play:5 and Sub.
Auffällig ist vor allem die Apple Watch. Ein Preisaufschlag von 10 Prozent würde bedeuten, dass die derzeit günstigste Version statt rund 250 US-Dollar dann rund 275 US-Dollar (jeweils ohne Mehrwertsteuer) kostet. Das könnte Auswirkungen auf den Absatz und damit unter anderem auf den Aktienkurs von Apple haben.

Immerhin: Dem wichtigsten Produkt des Unternehmens, also dem iPhone, drohen von den US-Behörden keine Aufschläge. So weist Reuters darauf hin, dass US-Präsident Donald Trump bereits im Mai 2018 dem Apple-Chef Tim Cook versprochen haben soll, dass das Smartphone grundsätzlich nicht mit zusätzlichen Zöllen belegt werde, obwohl es ebenfalls in China produziert wird.
Kunden in Europa wären grundsätzlich zwar nicht von US-Zöllen betroffen. Allerdings ist es wahrscheinlich, dass die Hersteller ihre Preise auch in anderen Regionen erhöhen könnten, um Schwarzimporte zu verhindern und um ihre Umsatzausfälle im Heimatmarkt zu kompensieren.
Ob die vorgestellten Zölle tatsächlich in Kraft treten und wann das wäre, ist derzeit nicht klar. Sie richten sich nur gegen Produkte aus China und sollen ein Volumen von 200 Milliarden US-Dollar umfassen. Die US-Regierung eskaliert damit den schon länger anhaltenden Streit mit dem Land.



