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Handelskonflikt: EU verschiebt Vergeltungszölle nach Trumps Drohung

Die Europäische Union setzt geplante Strafzölle gegen die USA aus, nachdem Donald Trump mit 30-prozentigen Zöllen auf EU-Waren gedroht hat.
/ Andreas Donath
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Unionsflaggen in Brüssel (Bild: Pexels)
Unionsflaggen in Brüssel Bild: Pexels / CC0 1.0

Nach der Ankündigung Donald Trumps von 30-prozentigen Zöllen auf EU-Güter hat die Europäische Union beschlossen, geplante Vergeltungszölle gegen die USA zu verschieben. Das berichtete die Financial Times.(öffnet im neuen Fenster)

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte am Sonntag an, dass Zölle auf US-Exporte im Wert von 21 Milliarden Euro bis Anfang August ausgesetzt würden. Die ursprünglich für den 14. Juli 2025 geplanten Maßnahmen hätten Hähnchen, Motorräder und Kleidung betroffen.

"Wir haben immer deutlich gemacht, dass wir eine Verhandlungslösung mit den USA bevorzugen. Das bleibt weiterhin der Fall" , erklärte von der Leyen.

Trumps Ankündigung vom Samstag richtete sich sowohl gegen die EU als auch gegen Mexiko, zwei der engsten Handelspartner der USA. Die Drohung löste in europäischen Hauptstädten gemischte Reaktionen aus.

Brüsseler Beamte sind skeptisch

Hochrangige EU-Beamte äußerten in der Financial Times Zweifel an Trumps Bereitschaft, die vorgeschlagenen Zölle umzusetzen. Sie interpretierten die Ankündigung als Verhandlungstaktik, um den Druck auf europäische Unterhändler zu erhöhen.

Ein EU-Beamter verwies auf mögliche negative Reaktionen von US-Investoren, sollten solche drastischen Maßnahmen gegen einen wichtigen Handelspartner verhängt werden. "Wir vertrauen auf die Märkte" , sagte der Beamte.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) forderte ernsthafte Verhandlungen zwischen beiden Seiten. Der Süddeutschen Zeitung sagte er(öffnet im neuen Fenster) , dass Provokationen den aktuellen Diskussionen nicht helfen würden. Europa müsse jedoch "entschlossene Gegenmaßnahmen zum Schutz von Arbeitsplätzen und Unternehmen" ergreifen, falls faire Verhandlungen unmöglich würden.

Die Europäische Kommission bereitet weiterhin zusätzliche Gegenmaßnahmen vor, die ursprünglich US-Importe im Wert von 95 Milliarden Euro betreffen würden, darunter Flugzeuge, Alkohol und Lebensmittel. Diese Summe wurde nach Interventionen der Mitgliedstaaten auf 72 Milliarden Euro reduziert.


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