Handelsembargo: USA blockieren Exporte für chinesische Supercomputer
Auf Huawei folgen chinesische Supercomputing-Unternehmen: HMC, Hygon, Thatic, Sugon und das Wuxi Jiangnan Institute of Computing Technology stehen seit Freitag auf der Entity-List der USA. Das berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) mit Berufung auf das Handelsministerium der Vereinigten Staaten (Department of Commerce). Durch den Exportstopp soll die Entwicklung von Exaflops-Supercomputern verlangsamt werden, allerdings trifft die Entscheidung auch einige US-Unternehmen.
Sugon ist der drittgrößte Hersteller von Supercomputern weltweit, alleine 63 Systeme der Top500 stammen von Sugon. Das chinesische Unternehmen steckt zudem mit in dem von AMD gegründeten Joint Venture namens Thatic (Tianjin Haiguang Advanced Technology Investment Corporation), deren zwei Töchter nun auf der Entity-List stehen: die Haiguang Microelectronics Corporation (HMC) und die Chengdu Haiguang IC Design Corporation (Hygon).
AMD hält einen Anteil von 51 Prozent an HMC und 30 Prozent an Hygon, den Rest hat jeweils Thatic. Da HMC somit AMD gehört, ist hier die notwendige x86-Lizenz zu finden, mit welcher in China die Dhyana/Hygon-CPUs basierend auf der Zen-Architektur entwickelt wurden. Einer der Prototypen für den Tianhe-3, der erste chinesische Exaflops-Supercomputer, besteht aus solchen Dhyana/Hygon-x86-Prozessoren samt DCU-Beschleunigern.

Die beiden anderen Prototypen stammen vom NRCPC (National Research Center of Parallel Computing) mit selbst entwickelten SW26010-Chips, wie sie auch im Sunway Taihu Light stecken, und von der NUDT (National University of Defense Technology) mit ebenfalls in China entworfenen Matrix-2000-Beschleunigern wie im Tianhe-2A . Der Sunway Taihu Light ist der derzeit drittschnellste und der Tianhe-2A der momentan viertschnellste Supercomputer der Welt, beide waren lange führend.
Neben Sugon und Thatic-Töchtern wurde auch das Wuxi Jiangnan Institute of Computing Technology in das Handelsembargo aufgenommen, da dort enge Verflechtungen mit der schon seit 2015 auf der Entity-List stehenden National University of Defense Technology (NUDT) sowie dem chinesischen Militär vorhanden seien. Umgekehrt ist das aber genauso: Der Summit und der Sierra der USA, die beiden weltweit leistungsfähigsten Supercomputer, wurden im Auftrag des US-amerikanischen Energieministeriums (Department of Energy, DoE) gebaut und das betreibt das staatliche Kernwaffenprogramm.
Wollen US-amerikanische Unternehmen weiterhin mit chinesischen Herstellern wie Sugon handeln, benötigen sie eine Sondergenehmigung. Betroffen davon sind primär AMD, Intel und Nvidia – diese drei liefern die Hardware der allermeisten Server weltweit.
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