Schwerer Start für neue Marktteilnehmer

Der Markt für EDA-Software wird aktuell vor allem durch ein Oligopol aus den Firmen Cadence, Synopsys und Siemens EDA (vormals Mentor Graphics) dominiert. Alle drei Firmen haben ihren Hauptsitz in den USA. Siemens hat Mentor Graphics 2017 gekauft, der Firmensitz ist aber weiterhin in Wilsonville, Oregon. Zusammen haben die drei Firmen knapp 70 Prozent Marktanteil im EDA-Bereich.

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Für Neueinsteiger in den Markt besonders herausfordernd sind die Komplexität der Software, der kleine Markt - und, dass alle Entwickler schon in die Software der drei Marktführer eingearbeitet sind. China wird jetzt quasi doppelt zum Neueinstieg gezwungen, da man sowohl die Software entwickeln, als auch aufseiten der Fertigung mit einer vollkommen neuen Software arbeiten muss. Bisher waren größere neue Marktteilnehmer unüblich. Eher lösen Startups ein Nischenproblem und werden bei Erfolg in diesem Bereich von einer der drei großen Firmen übernommen und in dessen Gesamtpaket integriert.

Ob die Restriktionen vollumfänglich umsetzbar sind, ist noch nicht sicher. Während große Lithografiemaschinen, die für die Herstellung von Halbleiterchips benötigt werden, praktisch unmöglich an den Restriktionen herbei ins Land zu schmuggeln sind, ist Softwarepiraterie auch im industriellen Umfeld ein Thema.

Fest steht jedenfalls: China hat EDA-Software im aktuellen Fünfjahresplan als wichtigsten Teil der Halbleiterindustrie benannt. Das hat unter anderem zur Folge, dass auch die Regierung selbst in vielversprechende Firmen auf diesem Gebiet investiert, um die Entwicklung bestmöglich fördern zu können. Die bisher bedeutendste Firma auf diesem Gebiet in China ist Huada Empyrean mit 6 Prozent Marktanteil im eigenen Land. Sie ist aktuell jedoch weit davon entfernt, einen kompletten Entwicklungsablauf abbilden zu können.

Erfahrung aus den USA zahlt sich aus

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Andere Firmen werden häufig von ehemaligen Mitarbeitern von Cadence oder Synopsys geleitet, beispielsweise X-Epic in Nanjing oder Heijan Industrial Software in Shanghai. Durch das Bündeln ihrer Erfahrungen bei den Marktführern könnten solche Startups die Entwicklung innerhalb Chinas deutlich vorantreiben.

In der US-Industrie werden die Restriktionen generell eher negativ aufgenommen. Man fürchtet hier, Kunden zu verlieren - und damit auch Gewinne. Nicht nur mit EDA-Software, sondern entlang der gesamten Produktionskette darf China nun mit diversen Produkten nicht mehr beliefert werden.

Kurzzeitig haben die neuen Beschränkungen vermutlich keinen größeren Effekt. Mittelfristig wird China die Auswirkungen jedoch deutlich spüren, da bei der 7-nm-Fertigung vorerst das Ende des Machbaren erreicht ist und man im internationalen Vergleich zurückfallen wird. Langfristig ist unklar, ob China eine solche Softwareindustrie selbst aufbauen und entsprechend hochqualifiziertes Personal ausbilden kann, um zum aktuellen Stand der Technik aufzuholen. Sollte dies gelingen, wird China dadurch in der Halbleiterfertigung vollständig unabhängig vom Westen.

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 Handelsboykott: Ohne EDA-Software keine moderne Chipfertigung
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bplhkp 25. Aug 2022 / Themenstart

Beispielsweise lassen sie die Presse Hetzkampagnen gegen ausländische Hersteller fahren

deutscher_michel 25. Aug 2022 / Themenstart

So ist es leider mit jeder langfristigen Sanktion, sie geht immer nach hinten los, da man...

bofhl 25. Aug 2022 / Themenstart

Gut zu wissen, dass nicht nur ich die Produkte von den drei genannten "Großen" so...

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