Handelsabkommen vereinbart: Indien reduziert Zoll auf importierte EU-Autos deutlich

Die EU und Indien haben sich auf ein Freihandelsabkommen verständigt. Es sei "die umfangreichste Handelsöffnung, die Indien jemals einem Handelspartner gewährt hat" , teilte die EU-Kommission am 27. Januar 2026 mit(öffnet im neuen Fenster) . Durch das Abkommen soll sich der Wert der europäischen Ausfuhren nach Indien von derzeit jährlich 180 Milliarden Euro bis zum Jahr 2032 verdoppeln.
Der Mitteilung zufolge wirkt sich die Zollreduzierung auf 96,7 Prozent aller nach Indien exportierten Güter aus. Dadurch sinke die Zollbelastung um vier Milliarden Euro pro Jahr. Der EU-Kommission zufolge werden die Zölle auf Autos schrittweise von 110 Prozent auf bis zu 10 Prozent gesenkt, während die Zölle auf Autoteile nach fünf bis zehn Jahren vollständig abgeschafft werden.
Allerdings gilt die Zollsenkung nicht für beliebig viele importierte Autos, sondern nur für 250.000 Fahrzeuge pro Jahr. Nach Angaben der Kommission wurden im Jahr 2024 Autos im Wert von 1,6 Milliarden Euro aus der EU nach Indien exportiert.
Eigene Endmontage in Indien
Um die hohe Importsteuer zu umgehen, haben Hersteller wie Mercedes-Benz oder BMW in Indien eine eigene Endmontage aufgebaut. Ein solches Werk betreibt BMW in Chennai (früher Madras), wo die angelieferten Fahrzeugteile zu einem kompletten Fahrzeug zusammengebaut werden. Dieses Verfahren wird als CKD ( Completely Knocked Down(öffnet im neuen Fenster) ) oder SKD (Semi Knocked Down) bezeichnet. Die entsprechende Mercedes-Fabrik(öffnet im neuen Fenster) befindet sich in Pune.
Einem Medienbericht zufolge(öffnet im neuen Fenster) sollen Elektroautos von der Zollreduzierung zunächst ausgenommen werden. Indien wolle damit die heimischen Marken Mahindra & Mahindra sowie Tata Motors schützen. Nach fünf Jahren würden die reduzierten Zölle dann auch für E-Autos gelten.
Aus der Mitteilung der Kommission geht diese Sonderregelung jedoch nicht hervor. Die ausgehandelten Entwürfe des Abkommens sollen in Kürze veröffentlicht werden.