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Handelsabkommen: US-Botschaft bietet 20.000 Dollar für positive TTIP-Projekte

Wer sich über "negative Berichterstattung" zu TTIP ärgert, kann das mit Hilfe der US-Botschaft ändern. Per Twitter bieten die US-Amerikaner finanzielle Unterstützung für Projekte an.
/ Friedhelm Greis
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Auf Twitter wirbt die US-Botschaft für positive TTIP-Projekte. (Bild: US-Botschaft Berlin/Screenshot: Golem.de)
Auf Twitter wirbt die US-Botschaft für positive TTIP-Projekte. Bild: US-Botschaft Berlin/Screenshot: Golem.de

Ob Chlorhühnchen, Investorenschutz oder Schiedsverfahren: Über das geplante Handelsabkommen TTIP zwischen Europa und den USA wird derzeit vor allem kritisch berichtet. Das stört offensichtlich das US-Außenministerium, das über seine Botschaft in Berlin twittern ließ(öffnet im neuen Fenster) : "Du bist für #TTIP und ärgerst dich über negative Berichterstattung? Sende uns deine Idee und wir unterstützen dich!"

Hinzugefügt war ein Link auf ein Bewerbungsdokument(öffnet im neuen Fenster) , das mit interessanten Details aufwartete: Die Aktivitäten können mit einem Betrag zwischen 5.000 und 20.000 US-Dollar gefördert werden. Die Anmeldefrist für die Projekte endete bereits am vergangenen Freitag.

Für die US-Botschaft ist TTIP ein "fairer Deal" für Europäer und US-Amerikaner, der auf eine bereits bestehende starke Freundschaft aufbaue. Indem TTIP Türen für Handel und Investitionen auf beiden Seiten des Atlantiks öffne, würden hochbezahlte und hochqualifizierte Jobs auf Jahre hinaus gesichert. In diesem Sinne wünscht sich die Botschaft offenbar auch Vorschläge für Projekte, für die sich Nichtregierungsorganisationen, Think Tanks oder universitäre Einrichtungen bewerben können.

Kritische Kommentare der Nutzer

Das Ziel sei, die Öffentlichkeit über die Verhandlungen zu informieren und sinnvolle Möglichkeiten anzubieten, die entsprechenden Verhandlungsziele zu gestalten. Als Beispiele für solche Projekte nennt die Botschaft kurze Dokumentationen über TTIP, eine Website über das Abkommen oder auch eine Konferenz mit einer "breiten Fülle an Interessenvertretern" .

Die Botschaft hat auf die Anfrage von Golem.de bislang noch keine Angaben gemacht, wie viele Projektvorschläge eingegangen sind. Die Resonanz auf Twitter war eher negativ: "Eure PR für #TTIP wird dieses Projekt nicht retten. Egal wie viel Geld ihr bezahlt" , schrieb eine Nutzerin. Ein anderer Tweet sprach das Problem an, dass die Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt würden: "Wie soll man dafür sein, wenn man nicht mal weiß, was da genau verhandelt wurde oder wird. Zeigt den Vertrag doch mal her..."

Innerhalb von 60 Tagen will die Botschaft über die Projekte entscheiden. Ob es dann tatsächlich eine Fülle von positiven TTIP-Projekten gibt, bleibt abzuwarten. Zumindest in Sachen Chlorhühnchen hat sich in den vergangenen Tagen schon einiges getan. Selbst die Verbraucherschützer erkennen darin keine Gefahr für die Gesundheit(öffnet im neuen Fenster) .

Nachtrag vom 24. Juni 2014, 16:46 Uhr

Die US-Botschaft twitterte am Dienstag(öffnet im neuen Fenster) : "Unser TTIP-Stipendienwettbewerb ist vorbei und wir haben viele hervorragende Vorschläge erhalten." Weitere Angaben über die Vorschläge machte die Botschaft zunächst nicht.


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