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Handel mit gefälschten Tonerkartuschen: Amazon und Brother siegen gegen Produktfälscher

Das Landgericht Berlin hat 18 Personen schuldig gesprochen, Teil eines organisierten Fälschernetzwerks zu sein. Amazon und Brother haben gesiegt.
/ Ingo Pakalski
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Amazon und Brother erringen juristischen Sieg im Kampf gegen gefälschte Tonerkartuschen. (Bild: Brother/Pixabay/Montage: Golem)
Amazon und Brother erringen juristischen Sieg im Kampf gegen gefälschte Tonerkartuschen. Bild: Brother/Pixabay/Montage: Golem

Ein Fälschernetzwerk bestehend aus 18 Personen ist vom Landgericht Berlin für schuldig befunden worden, mit gefälschten Tonerkartuschen zu handeln. Das Gericht ordnete an, die gefälschten Produkte zu vernichten. Die Beklagten müssen Auskunft darüber erteilen, wo die gefälschten Produkte hergekommen sind. Zudem müssten Verkaufsdaten offengelegt werden, heißt es in einer Pressemitteilung von Amazon.

Amazon und Brother hatten 2022 gemeinsam Klage gegen das Netzwerk eingereicht. Das Gericht bestätigte, dass alle 18 Beklagten als organisiertes Fälschernetzwerk gemeinschaftlich haftbar seien. Das Gericht sprach Brother 500.000 Euro Schadensersatz zu und bestätigte darüber hinaus das Recht des Unternehmens auf weitere Ansprüche.

Zugleich wurden Schadensersatzforderungen von Amazon anerkannt. Das Urteil erging bereits am 1. Juli 2025, wurde aber erst durch eine Mittelung von Amazon publik.

So gingen die Produktfälscher vor

Im Rahmen des Prozesses wurde bekannt, dass die Angeklagten leere Original-Tonerkartuschen von Brother gekauft und diese mit unechtem Tonerpulver wieder befüllt hatten. Sie sollen gefälschte holografische Sicherheitsetiketten angebracht haben, um die Originalverpackung nachzuahmen und einer Entdeckung zu entgehen.

Die Füllung der Tonerkartuschen ist laut Amazon aus "unregulierten und nicht konformen Substanzen hergestellt" worden. Dadurch können Drucker beschädigt werden, außerdem stelle das ein Gesundheitsrisiko für Käufer dar. Durch eine unsachgemäße Entsorgung könnten giftige Materialien zur Umweltverschmutzung beitragen.

Für viele Verurteilte ist das Urteil bereits rechtskräftig

Für 14 der 18 Beklagten ist das Urteil bereits rechtskräftig. Vier Beklagte legten nach Aussage von Amazon Berufung ein. Dies hat jedoch keine Auswirkungen auf die Verurteilung der übrigen 14 Beklagten (Az. 52 O 440/22). Es ist laut Amazon die erste Zivilklage, die das Unternehmen in Europa gemeinsam mit einer Marke gegen Fälscher erhoben hat.

"Amazon verfolgt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber gefälschten Produkten in unserem Store. Das Fälschen von Produkten ist eines der ältesten Verbrechen überhaupt, und wir bekämpfen es mit modernsten, proaktiv eingesetzten Tools und Technologien" , sagte Kebharu Smith, Director der entsprechenden Abteilung CCU bei Amazon.

"Im aktuellen Brother-Fall haben wir nach der Identifizierung des Problems schnell gehandelt, um Kunden zu schützen. Wir haben gefälschte Angebote entfernt, die betroffenen Verkäuferkonten gesperrt, Kundinnen und Kunden proaktiv informiert und ihnen ihr Geld zurückerstattet" , heißt es von Smith.


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