HAMR-HDDs: Hoya baut neue Fabrik für 3,5-Zoll-Glasplatter
Der japanische Platter-Hersteller Hoya hat den Grundstein für ein neues Werk gelegt, in dem gläserne Scheiben für Festplatten produziert werden sollen. Das berichtet die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua(öffnet im neuen Fenster). Die Fabrik soll mehr als 300 Millionen US-Dollar kosten und entsteht bei Vientiane in Laos; der Staat liegt zwischen China, Thailand und Vietnam.
Hoya ist Marktführer bei gläsernen 2,5-Zoll-Plattern für entsprechende Notebook-HDDs. Im 3,5-Zoll-Segment sind Glasscheiben bisher weniger verbreitet, Hoya will daher seinen Marktanteil von derzeit geschätzten 10 Prozent bis 2021 auf 30 Prozent erhöhen. Der Hersteller produziert grob ein Fünftel aller 3,5-Zoll-Plattern weltweit, die bisher vor allem aus Aluminium bestehen.
Gläserne Scheiben sind dünner und leichter sowie steifer, weshalb mehr davon in ein Gehäuse passen und sie ergo die Kapazität bei gleichen Maßen steigern. In heutigen heliumgefüllten 3,5-Zoll-Laufwerken rotieren bis zu neun Plattern für 16 TByte – beispielsweise von Seagate.
Zudem sind Glasplatter künftig wichtig für Heat Assisted Magnetic Recording (HAMR): Anders als bei klassischem Perpendicular Magnetic Recording (PMR) oder Shingled Magnetic Recording (SMR) mit überlappenden Spuren wird die Datenschicht auf den Magnetscheiben mit einem kleinen Laser erhitzt, bevor der Schreibkopf die Informationen aufbringt. Das klappt mit Aluminium nicht, weshalb Hoya ein wichtiger Zulieferer für Seagate ist. Toshiba und Western Digital hingegen setzen auf MAMR (Microwave Assisted Magnetic Recording) und weiter auf Aluminium-Plattern.