Hammerhai: Deutschlands erste KI-Fabrik bekommt Nvidia-Hardware
Insgesamt 19 AI Factories(öffnet im neuen Fenster) fördert die EU-Kommission in Europa. Sie sollen Unternehmen, Start-ups und Wissenschaftler bei der Entwicklung von KI-Anwendungen unterstützten. In Deutschland sind mit Hammerhai und der Jupiter AI Factory aktuell zwei dieser Großrechner geplant. Den Zuschlag für Hammerhai(öffnet im neuen Fenster) , der am HLRS (Höchstleistungsrechenzentrum) in Stuttgart gebaut wird, hat HPE (Hewlett Packard Enterprise) erhalten. Insgesamt stehen für das System 55 Millionen Euro bereit, der größte Teil entfällt auf Blackwell-Hardware von Nvidia.
HPE nutzt dabei sein eigenes, wassergekühltes NVL4-System, das auf Nvidias GB200-NVL4 -uperchip basiert. Jeder Einschub mit einer Höheneinheit (1HE) beherbergt dabei zwei Grace-CPUs und vier Blackwell-B200-GPUs .
Die genaue Anzahl an GPUs wurde vorab nicht bekanntgegeben, anhand der genannten Rechenleistung von 15 Exaflops für KI-Inferenz dürften 768 GPUs in entsprechend 192 Einschüben verbaut sein. Nvidia nutzt hier üblicherweise den Wert für 4-Bit-Gleitkommawerte (FP4) mit dünnbesetzten Matrizen (g+) von 20 Petaflops pro GPU als Grundlage. Die Vernetzung erfolgt mit Infiniband (Nvidia Quantum-X800), das Speichersystem liefert Vast Data.
Auch europäische KI-Hardware wird verbaut
Neben Nvidia-Hardware werden auch Beschleuniger des niederländischen Start-ups Axelera verbaut. Es dürfte sich dabei um die im Oktober 2025 vorgestellte Europa AIPU(öffnet im neuen Fenster) handeln. Dieses Vorgehen hat sich in der EU seit einigen Jahren etabliert, um in Europa entwickelte Hardware zu fördern.
So bekommt der Supercomputer Jupiter etwa von Sipearl aus Frankreich entwickelte Rhea-CPUs, ein Vorgänger nutzte in Deutschland entwickelte Extoll-Netzwerk-Hardware. Im Rahmen des europäischen Projekts Dare entwickelt Axelera einen Titania getauften Beschleuniger.
Projektanträge sind bereits möglich
Lieferung und Installation der Hardware für Hammerhai sollen im zweiten Quartal 2026 erfolgen, in Betrieb gehen soll der Rechner im zweiten Halbjahr. Rechenzeit auf dem neuen System kann allerdings bereits jetzt beantragt werden.
Bastian Koller, Geschäftsführer des HLRS und Koordinator von Hammerhai, ermuntert Interessenten, "bereits jetzt mit der Vorbereitung ihrer Datensätze, Algorithmen und Workflows zu beginnen. So können sie die leistungsstarken Funktionen des Systems nutzen, sobald es verfügbar ist" . Die Nutzung ist dabei dank der öffentlichen Finanzierung des Systems kostenlos. Aktuell betreibt das HLRS bereits Hunter, ein AMD-System.
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