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Hamburger Staatsanwaltschaft: 17.000 Schreiben nach Softwarefehler nicht versandt

Durch einen unbemerkten Softwarefehler wurden über zwei Monate keine Schreiben an Beschuldigte und deren Anwälte verschickt.
/ Mike Faust
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Die Hamburger Staatsanwaltschaft drückte ihr Bedauern wegen des Vorfalls aus. (Bild: Adam Berry/Getty Images)
Die Hamburger Staatsanwaltschaft drückte ihr Bedauern wegen des Vorfalls aus. Bild: Adam Berry/Getty Images

Bei der Staatsanwaltschaft Hamburg ist es nach einem Update am 9. Juli 2026 zu einer schwerwiegenden Datenpanne gekommen. Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet(öffnet im neuen Fenster), wurden nach einem Update des Softwareprogramms Mesta über einen Zeitraum von zwei Monaten unbemerkt Tausende digitale Dokumente nicht an Beschuldigte und deren Verteidiger gesendet.

Bei Mesta handelt es sich um das elektronische Vorgangsbearbeitungs- und Verwaltungssystem für Strafverfahren der Behörde. Insgesamt stauten sich wegen des Systemfehlers 17.000 Schreiben an. Darunter befanden sich auch Aufforderungen zur Stellungnahme an Beschuldigte, Hinweise zur Akteneinsicht sowie Mitteilungen über die Einstellung von Strafverfahren.

Das Problem wurde am 7. September 2026 behoben, woraufhin sämtliche Dokumente nachträglich versandt wurden und das System wieder ordnungsgemäß läuft.

Fristen großzügig verlängert

Erst durch Nachfragen mehrerer Anwälte sei aufgefallen, dass das System nicht wie vorgesehen funktionierte, heißt es weiter. Der Ausfall habe bei den betroffenen Anwälten zu erheblichem Mehraufwand geführt, da etwa Akten und Rückschreiben zu Unterlagen erneut heruntergeladen werden mussten, die im Onlineportal nicht mehr abrufbar waren.

In einer Stellungnahme gegenüber der SZ sagte Behördenleiter Jörg Fröhlich, die Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft seien angewiesen worden, Fristen großzügig zu verlängern. Diese Regelung gelte für alle Fristen, die in Schreiben gesetzt worden waren, welche im Zeitraum der Störung zwischen dem 9. Juli 2026 und dem 7. September 2026 ausgestellt wurden.

Die Staatsanwaltschaft drückte ihr Bedauern über die entstandene Mehrarbeit auf allen Seiten aus. Zudem kündigte die Behörde an zu prüfen, wie Fehler dieser Art nach künftigen Software-Updates rechtzeitig bemerkt werden können.

Softwarefehler haben immer wieder schwerwiegende Folgen, wie etwa den bundesweiten Stillstand des Bahnsystems im Juni 2026.

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