Hamburg: Polizei will intelligente Videoüberwachung aufstocken
Nach erfolgreicher Testphase auf dem Hansaplatz in St. Georg will die Polizei Hamburg die sogenannte intelligente Videoüberwachung fortführen und noch erweitern. Aufgrund der nun vorliegenden Evaluation des dreimonatigen Tests sehe man großes Potenzial in der Technik.
Die intelligente Videoüberwachung könne erkennen, wenn sich Menschen im Bereich der Kameras ungewöhnlich bewegen. Somit könnten Tritte, Schläge oder Schubser frühzeitig von der Polizei analysiert werden, sagte ein Sprecher der Innenbehörde der Deutschen Presse-Agentur.
"Der Mehrwert, nämlich die frühzeitige Erkennung von Gefahrensituationen inklusiver schneller polizeilicher Intervention, kann nach Abschluss des Testbetriebs als gegeben angesehen werden." Während der Testphase seien auf dem Hansaplatz elf polizeilich relevante Vorfälle von der Technik ausgemacht worden.
Beispiele aus dem Alltag
So sei in einem Fall eine gefährliche Körperverletzung gemeldet worden, bei der eine Person augenscheinlich gegen den Kopf einer anderen getreten habe. Obwohl der Platz zu der Zeit gut besucht gewesen sei, habe die Polizei allein durch die intelligente Videotechnik von dem Fall erfahren. Einen Notruf der auf dem Platz Anwesenden habe es nicht gegeben.
Die Polizei hatte den Testbetrieb mit vier Kameras zur Erprobung der intelligenten Videobeobachtung im Sommer 2023 gestartet. Im Testbetrieb habe sich gezeigt, dass das System auch hinsichtlich der Ausleuchtung und der räumlichen Struktur auf dem Hansaplatz funktioniere, hieß es aus der Behörde. Mehrfach hatte es Proteste gegen den Einsatz der Technik gegeben.
Intelligente Videoüberwachung läuft weiter
2024 soll ein zweijähriges Anschlussprojekt beginnen, dabei wolle die Polizei den Einsatz der Technik gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut weiterentwickeln – zunächst weiter am bisherigen Standort. "Im Verlauf dieses Anschlussprojekts sollen aber auch sowohl eine Ausweitung auf weitere Kameras am Hansaplatz als auch mögliche weitere Einsatzorte geprüft werden" , sagte der Sprecher.
Im Auge habe man dabei insbesondere den Bereich am Hamburger Hauptbahnhof mit dem Hachmann- und dem Heidi-Kabel-Platz, wo bereits die Aufstockung der normalen Videoüberwachung geplant ist.
"Wir bauen die Videoüberwachung in Hamburg nicht nur weiter aus, wie jetzt am Hauptbahnhof, sondern wollen dabei auch neuste IT-Technik einsetzen, um die Wirksamkeit unserer Maßnahmen zu steigern" , sagte Innensenator Andy Grote (SPD) der dpa. "Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass wir dank der Software sehr frühzeitig auf Gefahrensituationen aufmerksam werden und unmittelbar intervenieren können."