Abo
  • Services:

Schule: Hamburg will Informatik nicht als Pflichtfach

Hamburgs Schulbehörde sagt, Informatik sei als Fach "nicht für alle in gleicher Intensität vonnöten" - und will deshalb kein Pflichtfach Informatik.

Artikel veröffentlicht am ,
Schule: Hamburg will Informatik nicht als Pflichtfach
(Bild: Sean Gallup/Getty Images)

In Hamburg wird Informatik als Pflichtfach diskutiert. Das Hamburger Abendblatt berichtete unter Berufung auf Schulbehördensprecher Peter Albrecht, dass Informatik als Pflichtfach abgeschafft werde. Die von der Hamburgischen Bürgerschaft gewählte Deputation habe der von Schulsenator Ties Rabe (SPD) geplanten Änderung zugestimmt. Doch der Senat widerspricht.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Abstatt
  2. Württembergische Versicherung AG, Stuttgart

Bisher habe Informatik zu dem Fach Naturwissenschaft und Technik gehört, künftig werde es ein separates Wahlpflichtfach, berichtet die Zeitung.

Informatik sei als Fach "nicht für alle in gleicher Intensität vonnöten", sagte Behördensprecher Albrecht. "Etwas salopp formuliert: Alle sollten in einer mobilen Gesellschaft ein Auto fahren können. Aber nicht alle müssen auch wissen, wie es im Detail funktioniert oder gebaut wird." Albrecht hat Golem.de die Aussagen bestätigt.

Die SchülerInnenkammer Hamburg hat laut dem Bericht die Entscheidung als "nicht nachvollziehbar" für das 21. Jahrhundert kritisiert.

Der Hamburger Senat hat der Darstellung widersprochen, dass Informatik als Pflichtfach abgeschafft wurde. "Informatik war bisher nie ein Pflichtfach, weder am Gymnasium noch an der Stadtteilschule oder an der Grundschule. Seit Jahren ist Informatik am Gymnasium ein Wahlpflichtfach. Schülerinnen und Schüler können sich zwischen mehreren solchen Wahlpflichtfächern entscheiden, müssen aber immer eines der zur Wahl gestellten Fächer belegen. Genau so sieht es die neue Regelung für die Stadtteilschulen vor - und so verhielt es sich auch zuvor an den Gesamtschulen. Von der erstmaligen Einführung eines eigenständigen Pflichtfaches Informatik wird abgesehen, da die dafür benötigen Unterrichtsstunden dann anderen Fächern entzogen werden müssten." Dies sei angesichts der immer wieder kritisch diskutierten Fachleistungen der Hamburger Schüler in den Kernfächern und Naturwissenschaften nicht sinnvoll.

Nachtrag vom 29. Mai 2013, 20:51 Uhr

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder sagte Golem.de: "Die Entscheidung in Hamburg ist grundfalsch. Informatik ist kein Orchideenfach für ganz besonders Interessierte, Informatik muss als Teil der Allgemeinbildung begriffen werden. Der Bitkom fordert deshalb die Einführung von Informatik als Pflichtfach in der Sekundarstufe I."

Aktuell gebe es in Deutschland mehr als 43.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, die Branche sei eine der wichtigsten Wachstumsbranchen überhaupt. "Statt Informatik auszulagern und damit in direkter Konkurrenz zu anderen Aktivitäten, auch Freizeitangeboten, zu setzen, muss es uns gelingen, mehr Jungen und vor allem Mädchen für die Informatik zu begeistern. Informatik ist viel mehr als Programmieren. Bei der Arbeit mit Computern geht es auch um Kreativität, Gestaltung und den Kontakt mit Menschen. Die Chance, das in der Schule zu vermitteln und Begeisterung zu wecken, wird durch eine solche Entscheidung vertan", sagte Rohleder.

IT-Kenntnisse würden in immer mehr Branchen notwendig, künftig mit Industrie 4.0 auch vermehrt in der Produktion. Und auch in unseren Alltag hält immer mehr IT Einzug: Vernetzte Geräte vom Fernseher bis zum Auto, soziale Netzwerke, Smartphones und Tablets seien nur einige wenige Beispiele, so Rohleder.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 249,90€ (bei Zahlung mit Masterpass zusätzlich 25€ Rabatt mit Gutschein: SOMMER25) - Bestpreis!
  2. (u. a. Toshiba N300 4 TB für 99€ statt 122,19€ im Vergleich, Samsung C24FG73 für 239€ statt...
  3. 49,97€ (Bestpreis!)

George99 01. Jun 2013

Gut, das ist die technisch genauere Darstellung als meine, aber doch schon ein...

GodsBoss 01. Jun 2013

Dito, habe Schulsport gehasst, inzwischen mache ich öfter Sport als die Woche Tage hat.

Nebucatnetzer 31. Mai 2013

Wär evtl. gar nicht so dumm. Gäbe sicher weniger Missverständnisse.

Noppen 31. Mai 2013

Frage: Soll Informatik ein Schulpflichtfach in Hamburg sein? Antwort: Nein, meine...

Noppen 31. Mai 2013

Mein Bester, Informatikunterricht gibt es bereits seit Jahrzehnten. Es geht nur darum...


Folgen Sie uns
       


Xbox E3 2018 Pressekonferenz - Golem.de Live

Große Gefühle beim E3-2018-Livestream von Microsoft: Erlebt mit uns die Ankündigungen von Halo Infinite, Gears 5, Sekiro, Cyberpunk 2077 und vielem mehr.

Xbox E3 2018 Pressekonferenz - Golem.de Live Video aufrufen
Hasskommentare: Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?
Hasskommentare
"Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?"

Hannes Ley hat vor rund anderthalb Jahren die Online-Initiative #ichbinhier gegründet. Die Facebook-Gruppe schreibt Erwiderungen auf Hasskommentare und hat mittlerweile knapp 40.000 Mitglieder. Im Interview mit Golem.de erklärt Ley, wie er die Idee aus dem Netz in die echte Welt bringen will.
Ein Interview von Jennifer Fraczek

  1. Nutzungsrechte Einbetten von Fotos muss nicht verhindert werden
  2. Bundesnetzagentur UKW-Abschaltung abgewendet
  3. Drupalgeddon 2 115.000 Webseiten mit Drupallücken übernommen

Battlefield 5 Closed Alpha angespielt: Schneller sterben, länger tot
Battlefield 5 Closed Alpha angespielt
Schneller sterben, länger tot

Das neue Battlefield bekommt ein bisschen was von Fortnite und wird allgemein realistischer und dynamischer. Wir konnten in der Closed Alpha Eindrücke sammeln und erklären die Änderungen.
Von Michael Wieczorek

  1. Battlefield 5 Mehr Reaktionsmöglichkeiten statt schwächerer Munition
  2. Battlefield 5 Closed Alpha startet mit neuen Systemanforderungen
  3. Battlefield 5 Schatzkisten und Systemanforderungen

KI in der Medizin: Keine Angst vor Dr. Future
KI in der Medizin
Keine Angst vor Dr. Future

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz können schwer erkennbare Krankheiten früher diagnostiziert und behandelt werden, doch bei Patienten löst die Technik oft Unbehagen aus. Und das ist nicht das einzige Problem.
Ein Bericht von Tim Kröplin

  1. Künstliche Intelligenz Vages wagen
  2. KI Mit Machine Learning neue chemische Reaktionen herausfinden
  3. Elon Musk und Deepmind-Gründer Keine Maschine soll über menschliches Leben entscheiden

    •  /