Halo Campaign Evolved im Kurztest: Der bislang schönste Master Chief
Der vielleicht stärkste Moment der gesamten Halo-Reihe war möglicherweise die Landung des Master Chief auf der geheimnisvollen Ringwelt – begleitet von Martin O'Donnells legendärer Orchestermusik, damals in Halo Combat Evolved (2001).
Genau diese Szene entfaltet im Remake (Campaign Evolved) noch einmal eine ganz neue Wirkung: Dichtere Vegetation, deutlich realistischere Beleuchtung, erheblich detailliertere Modelle und komplett neu inszenierte Zwischensequenzen machen aus einem ohnehin unvergesslichen Einstieg wieder einen Gänsehautmoment.
Halo Campaign Evolved wurde in der Unreal Engine 5 vollständig neu aufgebaut. Sämtliche Umgebungen, Figuren, Fahrzeuge und Waffenmodelle wurden ersetzt, dazu kommen neue Animationen, Motion Capturing, eine überarbeitete Steuerung, eine neu aufgenommene Sprachausgabe und ein remasterter Soundtrack.
Spielerisch bleibt Halo seinen Wurzeln treu. Das klassische Wechselspiel aus Schusswechseln, Granaten, Fahrzeugen und den clever agierenden Covenant-Gegnern funktioniert auch 25 Jahre später hervorragend.
Die Kampagne bietet vier Schwierigkeitsgrade von Einfach bis Legendär. Zahlreiche Modifikationen erlauben weitere Anpassungen, etwa Eigenbeschuss, ein dauerhaft sichtbares Fadenkreuz oder Navigationsmarkierungen.
Koop – aber kein PvP-Multiplayer
Koop ist online mit bis zu vier Spielern möglich, auf Konsole zusätzlich per Splitscreen zu zweit. Mit 42 Skulls und einem Remix-Modus gibt es außerdem einen guten Wiederspielwert. Das Remake enthält keinen kompetitiven Multiplayer.
Neu sind drei Zusatzmissionen. Sie sind nicht in die eigentliche Kampagne integriert, sondern werden separat gestartet. Nur die erste Mission ist sofort verfügbar, die beiden weiteren müssen nacheinander freigeschaltet werden.
Inhaltlich erzählen sie eine Vorgeschichte um Master Chief und Sergeant Johnson, liefern interessante zusätzliche Informationen über die Covenant und führen durch einige spektakulär inszenierte Schauplätze. Spielerisch setzen die Missionen gelegentlich auf lange Gefechte mit immer neuen Gegnerwellen, wodurch sie sich stellenweise etwas gestreckt anfühlen.
Auf einer Xbox Series X lief unser Testmuster im Leistungsmodus durchgehend flüssig mit 60 Bildern pro Sekunde. Alternativ steht ein Qualitätsmodus zur Verfügung. Technische Probleme sind uns nicht aufgefallen.
Halo Campaign Evolved erscheint am 28. Juli 2026 für Windows-PC (Steam, Epic Games Store und Microsoft Store), Xbox Series X/S sowie Playstation 5 zum Preis von rund 60 Euro. Der Titel ist auch im Spielabo Game Pass enthalten. Die deutsche Sprachausgabe ist gelungen. Von der USK erhielt der Ego-Shooter eine Freigabe ab 16 Jahren.
Fazit
Als Remake ist Halo Campaign Evolved ausgesprochen gelungen. Die Technik setzt die Ringwelt eindrucksvoll in Szene, der Master Chief sah nie besser aus und auch die drei Zusatzmissionen überzeugen insgesamt mit mehreren sehenswerten Abschnitten sowie interessanten neuen Einblicken in die Welt der Covenant.
Gleichzeitig wirken sie durch ihre separate Auswahl und ihre eigenständige Geschichte eher wie hochwertiger Bonusinhalt als wie zusätzliche Kapitel der ursprünglichen Kampagne.
So gelungen dieses Remake auch ist: Langsam wäre es schön, wenn Halo Studios den Blick wieder stärker nach vorne richtet. Nach mehreren Neuauflagen wächst die Lust auf ein komplett neues Halo-Abenteuer, das die Reihe endlich wieder mutig weiterentwickelt.
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