Halo bei Sky: Die große Serie zum erfolgreichen Game

Es hat schon viele Bemühungen gegeben, die erfolgreiche Game-Reihe Halo filmisch umzusetzen. Große Filme waren geplant, sie alle versauerten aber in der Development Hell(öffnet im neuen Fenster) und gingen nie in Produktion. Im Lauf der Jahre gab es mehr als 200 Drehbücher zu verschiedenen Inkarnationen der Umsetzung.
Nun ist am 24. März eine neue Serie gestartet, an deren Entwicklung sogar Steven Spielberg beteiligt war(öffnet im neuen Fenster) und bei der er als eine Art Pate fungierte. Das Budget für die Serie lag bei 90 Millionen US-Dollar(öffnet im neuen Fenster) .
Es ist wie gesagt nicht das erste Halo-Projekt: Webserien und kleinere Produktionen rund um das Spiel gab es schon vorher, eine Verfilmung, die man als definitive Adaption des Games hätte ansehen können, aber nicht. Umso mehr Hoffnungen setzten die Fans auf die neue Serie, die für den Streaming-Dienst Paramount+ produziert wurde und hierzulande bei Sky debütiert. Denn was bis zur Premiere gezeigt wurde, atmete den Geist der Vorlage.
Aber eines gleich vorweg: Gamer werden mit Halo wahrscheinlich nicht ganz glücklich werden. Denn die Schöpfer Steven Kane und Kyle Killen gehen eigene Wege, das hatten sie bereits im Vorfeld erklärt. Die Schwierigkeit der Umsetzung eines Spiels wie Halo ist natürlich, dass es kaum eine Story im eigentlichen Sinne gibt. Es ist ein Ego-Shooter, dessen Story-Hintergrund interessant ist. Als Fernsehserie muss man darauf aufbauen, vor allem aber: alles ausbauen.
Die grundlegende Story ist, dass das UNSC, das Weltraumkommando der Vereinten Nationen, sich im Krieg mit Rebellen befindet, die die Unabhängigkeit erlangen wollen. Eine der Rebellensiedlungen auf dem Planeten Madrigal wird angegriffen – allerdings nicht von den Spartans, den Elitekriegern des UNSC, sondern von außerirdischen Kämpfern des aus vielen verschiedenen außerirdischen Nationen bestehenden Covenant.

Die Spartans kommen tatsächlich zu Hilfe, aber da sind praktisch schon alle tot – mit Ausnahme eines Teenager-Mädchens namens Kwan, das den Tod seines Vaters mitansehen musste. Der Master Chief John-117 rettet sie und findet später ein außerirdisches Artefakt, hinter dem die Angreifer her waren. Als er es berührt, wird es aktiviert – und verändert etwas in ihm. Niemals zuvor hatte er die Befehle des UNSC in Frage gestellt. Als man bei der Rückreise zum Planeten Reach von ihm jedoch verlangt, Kwan zu töten, weigert er sich.
Der Anfang ist etwas holprig
Sky hat uns Zugriff auf die ersten beiden Folgen gewährt. Entsprechend ist diese Kritik natürlich nur eine vorläufige, da man sehen muss, wie sich die Serie in ihrer ersten, aus neun Episoden bestehenden Staffel noch machen wird. Der Anfang ist aber etwas holprig.
Auf der Bonusseite hat man gleich in den ersten Minuten der ersten Folge einen großen Kampf, bei dem die Spartans zeigen können, was sie draufhaben. Es gibt auch Aufnahmen aus der Perspektive des Master Chiefs – eine klare Hommage an den Ego-Shooter-Look des Games.
Überhaupt bieten Kane und Killen einiges, was das Herz der Fans höherschlagen lässt. Sie wissen, was Fanservice bedeutet, denn der Look der Show ist geradezu perfekt. Wer sich in der Welt der Games wohlfühlt, tut das auch in der Serie.
Wer sind die Guten, wer die Bösen?
Aber: Der Master Chief ist dann doch anders, als man das erwartet. Er ist deutlich beredter, das muss er jedoch auch sein. Denn die Figur zu spielen, ist etwas anderes, als sie in einer Geschichte zu sehen, die sich langsam entfaltet.
Eine Frage klärt sich am Ende der Folge auch: Legt der Master Chief jemals seinen Helm ab oder steht er in der Tradition des Mandalorianers? Sagen wir so: Hauptdarsteller Pablo Schreiber ist mit seiner Rolle sicherlich glücklicher als Pedro Pascal mit seiner.
In den ersten zwei Folgen wird die Welt von Halo präsentiert. Die Macher setzen darauf, dass viele Zuschauer damit vertraut sind. So wird man einfach hineingeworfen in diese Welt des UNSC, die nicht nur in ihrem Kleidungsstil faschistoide Tendenzen aufweist.
Es ist auch die Art, wie die Spartans behandelt werden: als Kampfmaschinen, die man emotional so sehr auf Null gefahren hat, dass sie praktisch alles tun können. Man fühlt sich an den Film Universal Soldier erinnert.
Angesichts dessen, was man vom UNSC sieht, kann man verstehen, dass andere Welten ausscheren. Man fragt sich aber auch, welche Rolle der Covenant spielt – eine Ansammlung von Außerirdischen, die von einer Menschenfrau geführt wird.
Die Serie wartet früh mit einigen Mysterien auf, die gut genug sind, um die Zuschauer bei der Stange zu halten. Man möchte wissen, wie die Serie sich entwickelt, auch wenn die zweite Folge deutlich zurückgenommener ist als die erste. Action wie zum Auftakt der ersten Episode fehlt völlig. Dabei ist es doch ein Hauptreiz, den Master Chief in Aktion zu sehen.
Ein interessanter Aspekt der Serie ist sicher, mit jeder Folge neu zu evaluieren, wen man bei den Guten und wen bei den Bösen verortet. Abgesehen vom Master Chief ist das alles im Fluss.
Eine Serie für Gamer und Non-Gamer
Halo entfernt sich von den Spielvorlagen. Man könnte sagen: Hier wird ein alternatives Halo-Universum präsentiert. Das mag Leuten, die die Games durchgezockt haben, etwas unschön erscheinen, innerhalb der neu gewählten Parameter funktioniert die Sendung jedoch.

Das tut sie auch für jeden, der mit den Spielen nicht vertraut ist. Man muss sich dann zwar in eine Welt hineinfühlen, die recht komplex ist, was gerade zu Beginn ein bisschen holprig erscheint.
Aber als große, aufwendige Science-Fiction-Serie kann Halo durchaus punkten. Letztlich wird man jedoch erst nach den neun Folgen beurteilen können, wie gut diese langerwartete Verfilmung von Halo wirklich ist.