"Hallo Mama, hallo Papa": Polizei verhaftet zwei mutmaßliche Whatsapp-Betrüger
Schätzungen zufolge haben die Betrüger per Whatsapp Schäden in Höhe von mehr als 100.000 Euro verursacht, indem sie sich als nahe Verwandte ausgaben.
Cybercrime-Ermittlern der Zentralen Kriminalinspektion Osnabrück ist es wohl gestern zusammen mit einer Frankfurter Spezialeinheit gelungen, zwei mutmaßliche Mitglieder einer Whatsapp-Betrügerbande festzunehmen. Den beiden Beschuldigten im Alter von 19 und 20 Jahren wird ein gewerbsmäßiger und bandenmäßiger Betrug vorgeworfen, heißt es in einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Osnabrück. Das Strafmaß dafür liege bei einem bis zu zehn Jahren Haft.
Der Verhaftung gingen wohl intensive Ermittlungen über einen Zeitraum von etwa vier Monaten voraus. Bei den Durchsuchungen der Frankfurter Wohnungen der beiden Beschuldigten seien umfangreiche Beweismittel sichergestellt worden, darunter Mobiltelefone, elektronische Datenträger und eine Pfefferspray-Pistole.
Die Ermittlungen seien aber längst noch nicht abgeschlossen. Insgesamt vermute die Polizei ein Dutzend Mitglieder hinter der kriminellen Bande. Durch die jüngsten Festnahmen bestehe allerdings nun die Möglichkeit, "auch an die Hintermänner dieser perfiden Betrugsmasche zu kommen", so Polizeisprecher Marco Ellermann.
"Hallo Mama, hallo Papa, ich habe eine neue Nummer"
Ziel der Betrüger ist es wohl, anderen Whatsapp-Nutzern mit betrügerischen Kurznachrichten vorzugaukeln, sie seien ein nahestehendes Familienmitglied, das eine neue Handynummer habe und finanzielle Unterstützung brauche. Unter Einsatz kurzzeitig und mit missbräuchlich genutzten oder gefälschten Personalien registrierter Rufnummern versuche die Bande, ihre Gesprächspartner dazu zu bewegen, ihnen Geld zu überweisen, erklärt die Osnabrücker Polizei.
Die gestern festgenommenen Mitglieder der Betrügerbande sollen rund 100.000 Betrugsnachrichten mit Zahlungsaufforderungen verschickt haben, unter anderem an Zielpersonen aus Osnabrück, Ostfriesland, Emsland, Oldenburg, Hannover und Braunschweig. Die dadurch verursachten Schäden belaufen sich Schätzungen zufolge wohl auf mehr als 100.000 Euro. "Allein in Niedersachsen waren es zig Tausend Fälle, für die die Tätergruppierung in Verdacht steht", heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.
Betroffenen, die durch Nachrichten von einer fremden Rufnummer aus mit Geldforderungen von nahen Verwandten wie beispielsweise ihren Kindern konfrontiert werden, wird empfohlen, sich zunächst über bekannte Kontaktwege mit dem angeblichen Absender in Verbindung zu setzen. "Oft fliegt der Schwindel dadurch schon auf", so die Polizei. Wer bereits auf die Masche hereingefallen sei, solle die Unterhaltungen aber nicht löschen und umgehend bei der Polizei eine Anzeige erstatten.
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Ah, das erklärt es. :) Verständlich war es natürlich, bin trotzdem drüber gestolpert.
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