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Halifax: Ubisoft schließt Studio kurz nach Gewerkschaftsgründung

Nur Wochen nach Organisierung der Belegschaft schließt Ubisoft das für Assassin's Creed Rebellion mit zuständige Studio. 70 Jobs sind betroffen.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Assassin's Creed Rebellion (Bild: Ubisoft)
Artwork von Assassin's Creed Rebellion Bild: Ubisoft

Ubisoft hat überraschend sein kanadisches Studio in Halifax geschlossen, nur wenige Wochen nachdem die Beschäftigten dort für die Gründung einer gewerkschaftlichen Arbeitnehmervertretung gestimmt hatten.

Organisiert hatten sie sich in der Game & Media Workers Guild of Canada unter dem Dach der Communications Workers of America. Ubisoft sagt, die Schließung sei Teil eines laufenden globalen Spar- und Restrukturierungsprogramms und stehe nicht im Zusammenhang mit der Gründung der Arbeitnehmervertretung.

Die Gewerkschaft äußerte dennoch deutliche Kritik, wie unter anderem IGN berichtete(öffnet im neuen Fenster) . Rund 70 Stellen fallen weg.

Rainbow Six Mobile kurz vor dem weltweiten Start

Das Team in Halifax arbeitete zuletzt vor allem an mobilen Free-to-Play-Spielen wie Assassin's Creed Rebellion und Rainbow Six Mobile. Beide sind kostenlos spielbar und werden finanziert über In-Game-Käufe. Rebellion ist bereits seit 2018 verfügbar. Rainbow Six Mobile wurde Mitte 2025 zunächst in Lateinamerika veröffentlicht und soll am 23. Februar 2026 weltweit erscheinen.

Diskussionen löste vor allem der Zeitpunkt aus: Die Belegschaft hatte erst im Dezember 2025 mehrheitlich für die gewerkschaftliche Vertretung votiert, um mehr Mitsprache bei Arbeitsbedingungen, Transparenz und Jobsicherheit zu erreichen.

Halifax war ein vergleichsweise kleines, aber traditionsreiches Ubisoft-Team, das 2009 aus Longtail Studios hervorging und 2015 vollständig übernommen wurde.

In Nordamerika übernehmen Gewerkschaften eine Rolle, die in Deutschland grob mit einem Betriebsrat vergleichbar ist. Allerdings haben sie den formellen Status einer unabhängigen Gewerkschaft, die Tarifverträge aushandeln kann.

Der Fall reiht sich in einen Trend ein: In der US- und kanadischen Spielebranche entstehen seit einigen Jahren immer häufiger Arbeitnehmervertretungen, insbesondere in Quality-Assurance-Teams und in kleineren Studios. Gründe sind wiederkehrende Kündigungswellen, unsichere Verträge und der Druck durch lange Crunch-Phasen, also massive Überstunden.


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