TSMC und Samsung vernachlässigen Standardchips

Es sind vor allem TSMC aus Taiwan sowie Samsung, die sich einen Wettlauf um die modernste Chiptechnologie liefern, während der langjährige Technologieführer Intel fast schon ebenso ins Hintertreffen geraten ist wie der gesamte Rest der Branche. Zusammen bestreiten TSMC und Samsung der Research-Firma Trendforce zufolge mehr als 70 Prozent der weltweiten Auftragsfertigung. Und das wirkt sich auf den gesamten Halbleitermarkt aus.

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Es geht diesen beiden Unternehmen nämlich überwiegend darum, Chips mit immer feineren Strukturen zu produzieren, da diese weniger Strom verbrauchen beziehungsweise bei gleichem Verbrauch mehr Leistung bringen. Solche Chips werden vor allem in aktuellen Smartphones, PCs und Servern eingesetzt, wo auch die höchsten Preise erzielt werden. Aktuell werden solche Chips mit Strukturen von 5 bis 7 Nanometern hergestellt, doch wird die kommende Generation mit 3 Nanometern nicht mehr lange auf sich warten lassen.

TSMC etwa rühmt sich (PDF) in seinen Bilanzkonferenzen regelmäßig, dass der Anteil von High-End-Produkten von Monat zu Monat ansteige. So beruhten im letzten Quartal 52 Prozent der ausgelieferten Chips auf Strukturen von 7 Nanometern oder darunter, was den Rivalen Samsung natürlich antreibt, möglichst schnell gleichzuziehen. Daraus ergibt sich aber zwangsläufig, dass der Anteil von Standardchips schrumpft, obwohl die Nachfrage auch in diesem Segment derzeit boomt.

Tatsächlich werden die DDICs mit ebenso ausgereiften wie bewährten Herstellungsverfahren gefertigt, wobei die Strukturen zumeist zwischen 17 und 40 Nanometer betragen. Möglich sind solche vergleichsweise groben Strukturen, weil die Chips ohnehin wenig leisten müssen und es auch nicht so sehr auf den Energieverbrauch ankommt.

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Günstig ist die Produktion aber deshalb, weil mit der bewährten Technologie wenig Ausschuss anfällt und die Anlagen oft schon abgeschrieben sind. Andererseits werden aber kaum neue Fabriken mit solcher matured technology errichtet, weshalb die Gesamtkapazitäten konstant bleiben.

Droht uns bald eine Bildschirmknappheit?

In der derzeitigen Situation sind daher viele Bildschirmproduzenten bereit, deutlich mehr als gewohnt zu bezahlen, um nur ja nicht zu kurz zu kommen. Denn trotz allem machen die Displaytreiber nach wie vor einen verschwindend geringen Anteil am Preis von TVs, Notebooks und Autos aus.

Damit wird aber auch klar, worauf der Preiskampf auf der Nachfrageseite hinausläuft: Je teurer und profitabler das Endprodukt, desto höher ist der Preis, den der Hersteller zu bezahlen bereit ist. Produzenten, die das untere Marktsegment beliefern, werden hingegen leer ausgehen.

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Tatsächlich nennen die Hersteller von Bildschirmtreibern nahezu einmütig den Automobilmarkt als den wichtigsten Zukunftsmarkt, da dieser besonders hohe Profite verspricht. Aber auch hochwertige Markenware, medizinische Geräte und Maschinen dürften aufgrund der höheren Preiselastizität der Nachfrage für die DDIC-Industrie attraktiv sein.

Schließlich dürfte die Krise aber auch die AMOLED-Technologie vorantreiben. Zuletzt hatte Samsung wegen der Krise weiter LCD gebaut, weil die Kapazitäten schon da waren. Mittlerweile stellt das Unternehmen auf QD-OLED um. Wie lange die Preistreiberei noch anhalten wird, lässt sich nur schwer vorhersagen. Einigkeit herrscht darüber, dass der Kapazitätsausbau vorerst nur schleppend voranschreiten wird.

Der größte Unsicherheitsfaktor aber bleibt sicherlich die Coronakrise. Schließlich kann man nie wissen, ob sich die Lieferkrise verschärfen wird und vor allem, wo. Auch könnte ein Konjunktureinbruch die Nachfrage plötzlich einbrechen lassen, so dass sich die Lager schnell wieder füllen und einen erneuten Preiskampf auslösen.

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 Corona als Retter der Display-Driver-Industrie
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EDL 27. Dez 2021 / Themenstart

Wenn die DDR nicht so ideologisch verbohrt und diktatorisch gewesen wäre, sich...

UserNo.1 15. Dez 2021 / Themenstart

Wir hatten bis vor 2 Jahren die perfekte Globalisierung: Durch immer größer werdende...

zampata 15. Dez 2021 / Themenstart

Ich weiß nicht ob das eine Option für dich ist aber in den nvidia Treiber kannst du einen...

Eheran 15. Dez 2021 / Themenstart

Oder weil es: 1. Größere Prozesse sind. 2. Nicht aus einem Die, sondern 3 kleinere...

Thargon 14. Dez 2021 / Themenstart

Natürlich kann man auch mit hochwertigen Fertigungstechniken hohe Ströme schalten. Nur...

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