Corona als Retter der Display-Driver-Industrie

Denn schon kurz vor Beginn der Pandemie zog die Nachfrage wieder an, so dass sich der Lagerdruck allmählich verringerte. Die eigentliche Wende aber sollte tatsächlich mit der Coronakrise einsetzen. Die sorgte zwar - wie in anderen Branchen auch - zunächst für einen Schock und eine vorübergehende Verunsicherung, doch sollte sie sich schon bald als Segen für die Industrie herausstellen.

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Auf einmal waren Notebooks wieder gefragt, ebenso PC-Monitore und Fernseher. Und da durch neue Produkte wie Smartwatches und durch die Autoindustrie zusätzliche Nachfrage entstand, haben sich die Verhältnisse inzwischen grundlegend geändert. So berichtete LX Semicon gerade erst von einem Gewinnanstieg von 166,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als nächstes plant das Unternehmen, auch japanische TV-Hersteller wie Sony und Panasonic als Kunden zu gewinnen, so dass die Zukunft weiter rosig aussieht.

Auch Himax berichtet von steigenden Gewinne und Margen (PDF) von etwa 50 Prozent. Lagerbestände von Fertigchips hat das Unternehmen nach eigenen Angaben so gut wie keine mehr, da die Ware unmittelbar an die Kunden ausgeliefert wird. Focaltech, einem der kleineren Wettbewerber, gelang es gar (PDF), die Bruttomargen binnen eines Jahres von 21,35 auf 54,45 Prozent zu steigern, während sich der operative Gewinn verzehnfachte.

Die Liste der Erfolgsmeldungen ließe sich fast beliebig fortsetzen.

Strukturelle Probleme verschärfen den Mangel

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Angesichts solcher Zahlen lässt es sich sicher leicht verschmerzen, dass auch die Produktionskosten steigen, da die Auftragshersteller, Foundries genannt, mittlerweile ihre Preise erhöhen.

Denn im Unterschied zu früher wird kaum noch auf Erwartung produziert, sondern auf Bestellung, wobei sich viel höhere Preise aushandeln lassen. Dabei zeichnet sich immer deutlicher ab, dass die Engpässe in der Halbleiterindustrie struktureller Natur sind und nicht unbedingt auf Corona oder den Handelskonflikt zwischen den USA und China zurückzuführen sind.

So berichten Branchendienste wie etwa Digitimes aus Taiwan schon seit Langem, dass Hersteller von End- und Zwischenprodukten wie etwa PCBs (Printed Circuit Boards bzw. Leiterplatten) ihre Produktion bei wachsender Nachfrage nicht mehr steigern können, da bestimmte Bauteile fehlen.

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Und dabei handelt es sich nicht etwa um High-End-Bauteile, wie man vielleicht annehmen könnte, sondern eher um Allerweltsprodukte, zu denen eben auch die Bildschirmtreiber gehören.

Auf das Problem speziell der steigenden Monitor- und TV-Preise machte Wired übrigens schon im Mai aufmerksam. Erwähnt wurden Preissteigerungen von bis zu 30 Prozent bei TV-Geräten der Oberklasse, darüber hinaus waren aber auch Computermonitore betroffen, was auch an der durch Corona bedingten zusätzlichen Nachfrage lag.

Infolge der Pandemie waren eben immer mehr Menschen gezwungen, außer ihrer Freizeit auch ihre Arbeitszeit zu Hause zu verbringen. Als eigentliche Ursache aber machte Wired das Versäumnis der internationalen Halbleiterindustrie aus, in ausgereifte Fertigungstechnologien zu investieren.

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 Halbleiterkrise: Kommt jetzt der Blackscreen?TSMC und Samsung vernachlässigen Standardchips 
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EDL 27. Dez 2021 / Themenstart

Wenn die DDR nicht so ideologisch verbohrt und diktatorisch gewesen wäre, sich...

UserNo.1 15. Dez 2021 / Themenstart

Wir hatten bis vor 2 Jahren die perfekte Globalisierung: Durch immer größer werdende...

zampata 15. Dez 2021 / Themenstart

Ich weiß nicht ob das eine Option für dich ist aber in den nvidia Treiber kannst du einen...

Eheran 15. Dez 2021 / Themenstart

Oder weil es: 1. Größere Prozesse sind. 2. Nicht aus einem Die, sondern 3 kleinere...

Thargon 14. Dez 2021 / Themenstart

Natürlich kann man auch mit hochwertigen Fertigungstechniken hohe Ströme schalten. Nur...

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