Ohne neue Foundries geht es nicht mehr

Ein schnelles Ende dieses Mangels ist nicht Sicht. "Die Lage wird sogar noch schlechter werden, bevor sich die Dinge wieder bessern", befürchtet Phil Amsrud, Senior Principal Analyst für die Automobilindustrie bei IHS Markit. Die Nachrichtenagentur Bloomberg bestätigt das. Wie sie berichtet, gab TSMC-Chef C.C. Wei bei einer Telefonkonferenz mit Aktienanalysten zu, dass sein Unternehmen noch bis 2022 Schwierigkeiten haben werde, die hohe Nachfrage im vollen Umfang zu bedienen.

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Ähnlich äußerte sich der neue CEO von Intel, Pat Gelsinger. Chiphersteller könnten ihre Produktionsprozesse zwar kurzfristig etwas optimieren, erklärte er. Langfristig könnten sie die Nachfrage aber erst nach 2022 ausreichend bedienen.

Schließlich ist der weltweite Halbleiterbedarf durch die Digitalisierung fast aller Lebensbereiche so groß geworden, dass er sich nur noch durch Investitionen in neue Produktionsstätten decken lässt. Dies haben die Halbleiterhersteller auch angekündigt.

Der drittgrößte Auftragsfertiger der Welt, Globalfoundries, will die Kapazitäten seiner Werke für 1,4 Milliarden Dollar ausbauen. Den Ausstoß seiner Fab in Dresden will der US-Konzern dabei bis 2025 auf das Zweieinhalbfache vergrößern.

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Infineon beschleunigt den Bau seiner neuen Fabrik im österreichischen Villach und plant, den Betrieb dort noch 2021 aufzunehmen. Intel wiederum hat angekündigt, im US-Bundesstaat Arizona für 20 Milliarden US-Dollar zwei Foundries zu bauen und in Europa sowie Israel in Fabs zu investieren.

Auch Samsung Electronics sucht in den Vereinigten Staaten derzeit nach einem Standort für ein neues Werk. TSMC schließlich will im laufenden Jahr 28 Milliarden US-Dollar und damit 62 Prozent mehr investieren als 2020.

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Lieferzeiten für Halbleitermaschinen haben sich vervierfacht

Die Pläne werden sich aber nicht über Nacht umsetzen lassen. Halbleiterhersteller benötigen schon in Zeiten, in denen sich ihr Markt nicht so chaotisch entwickelt wie momentan, mehrere Jahre, um ein neues Werk aufzubauen. Inzwischen haben sich die Lieferzeiten für die dafür benötigten Maschinen allerdings verdoppelt, berichten Branchenkenner. Auf manche Ausrüstung warten Foundries derzeit sogar viermal so lange wie vor der aktuellen Halbleiterkrise.

Doch selbst wenn sie die Maschinen rechtzeitig bekommen, verbessert sich das Angebot bei derzeit besonders knappen Halbleitern nur bedingt. Denn die Hersteller geben fast ein Drittel ihres Investitionsvolumens für Maschinen aus, mit denen sie technisch besonders anspruchsvolle Chips für Smartphones und den 5G-Mobilfunk herstellen können, berichtet das Marktforschungsunternehmen Gartner.

In die weniger anspruchsvolle Produktion von Halbleitern für Autos, Haushaltsgeräte, Computermonitore oder Laptops fließen nur 11 Prozent des Geldes. Statt den dicken Max zu machen, werden sich Herbert Diess und Ola Källenius also wohl noch eine Weile in Bescheidenheit üben und warten müssen, bis ihre Produktion wieder reibungslos läuft.

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maxule 08. Jun 2021

Da haben Unternehmen etwas Spielraum. Sicherlich waren eher die Mitarbeiter (nach Wahl...

UserNo.1 27. Mai 2021

Du hast die Kobolde vergessen...

bentol 26. Mai 2021

Absolut, wirklich sehr gut recherchiert. Sowas liest man sehr gerne!

Huso 25. Mai 2021

Naja, theoretisch würde dafür auch eine einzige CPU/Steuereinheit reichen. Man müsste...

Kilpikonna 25. Mai 2021

Das ist nicht paradox, sondern Marktwirtschaft. Wenn die USA mehr zahlen, bekommen sie...



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