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Halbleiterhersteller: Elmos verkauft Waferproduktion nach verbotener Übernahme

Die Dortmunder Halbleiterfertigung sollte noch im vergangenen Herbst an einen chinesischen Konzern verkauft werden.
/ Sebastian Grüner , dpa
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Elmos hat einen neuen Käufer aus den USA für die Waferproduktion gefunden. (Bild: Elmos)
Elmos hat einen neuen Käufer aus den USA für die Waferproduktion gefunden. Bild: Elmos

Der Halbleiterhersteller Elmos will die Fertigung von Ausgangsmaterial für die Chiproduktion (Wafer) in Dortmund an den US-Konzern Littelfuse verkaufen. Der Kaufpreis belaufe sich auf rund 93 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit(öffnet im neuen Fenster) . Littlefuse will für die Produktion auch die 225 Beschäftigten übernehmen. Die Transaktion soll bis Ende 2024 abgeschlossen sein, muss aber noch genehmigt werden. Unter anderem steht die außenwirtschaftliche Investitionskontrolle durch das Bundeswirtschaftsministerium an.

Daran scheiterte in den vergangenen Jahren zum Beispiel der geplante Verkauf des Waferherstellers Siltronic an den taiwanischen Konzern Global Wafers. Auch Elmos selbst scheiterte noch im vergangenen Jahr bei einem geplanten Verkauf an der Politik. Zwar hieß es zunächst aus Regierungskreisen , dass der Kauf durch den Konkurrenten Silex genehmigt würde.

Am Ende setzten sich jedoch die kritischen Stimmen innerhalb der Ampelkoalition durch, die Sorge vor einer wachsenden Abhängigkeit von China bei der Halbleiterproduktion haben. Der damals angedachte Käufer Silex ist ein Tochterunternehmen des chinesischen Konzerns Sai Microelectronics.

Elmos produziert Halbleiter für den Einsatz in der Automobilindustrie. Das Unternehmen hatte Ende 2021 angekündigt, sich von seiner Fertigung am Stammsitz in Dortmund für einen Kaufpreis von 85 Millionen Euro trennen zu wollen. Mit dem Verkauf würde Elmos die eigene Produktion aufgeben und seine Chips stattdessen bei Auftragsfertigern einkaufen. Die nun erzielte Einigung mit Littelfuse ist also sogar eine leichte Steigerung der Kaufsumme im Vergleich zu dem vorher nicht genehmigten Verkauf.

Elmos will sich stärker auf Forschung und Entwicklung sowie den Testbetrieb konzentrieren und fährt deswegen auch die Investitionen hoch. Teil des Verkaufs der Produktion an Littelfuse ist auch eine langfristige Liefervereinbarung, deren Laufzeit bis mindestens 2029 festgelegt wird. Elmos wird demnach eine bestimmte Menge der in der Fab gefertigten Wafer abnehmen.


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