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Intel holt sich schlussendlich externe Hilfe

Um dem entgegenzuwirken, musste Intel weiter mit 14 nm arbeiten: Im Desktopsegment wurde seit 2017 die Anzahl der CPU-Kerne von vier (Kaby Lake) über sechs (Coffee Lake) und acht (Coffee Lake Refresh) auf zehn (Comet Lake) erhöht - was die Prozessoren entsprechend größer macht. Im Serversegment stagniert Intel seit 2017 bei nur 28 Kernen und kaum gestiegenem Takt.

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Bei 10 nm gab es unterdessen wenig Fortschritte: Cannon Lake U als erste Generation wurde Ende 2017 in Kleinstmengen ausgeliefert, die Ice Lake U/Y mit 10+ nm waren schlecht verfügbar und erst die aktuellen Tiger Lake U/Y mit 10 nm Super Fin alias 10++ nm sind halbwegs auf dem erhofften Niveau. Das 10-nm-Verfahren werde nie so produktiv sein wie die 14-nm-Fertigung, sagte Intels Finanzchef George Davis. 10 nm per Immersionslithografie (DUV) samt Self-Aligned-Quad-Patterning (SAQP) plus Contact over Active Gate (COAG) plus Kobalt für die Interconnects war schlicht zu viel gewollt.

Während sich Intels einstige Stärke als Bremse erwies, hat AMD als "fabless"-Unternehmen aufgrund des aktualisierten Wafer Supply Agreement die Chance ergriffen, beim weltgrößten Auftragsfertiger TSMC produzieren zu lassen. Per N7-Verfahren (7 nm DUV) und Chiplet-Ansatz wurde Intel innerhalb von drei Jahren erst eingeholt und dann überholt. Parallel dazu gibt es ARM-Designs für Cloud Computing und Apple hat sich von x86 abgewendet, stattdessen stecken selbst entwickelte Chips in den Macs.

  • Von links nach rechts: Willamette, Northwood, Prescott (Bild: Intel)
  • Lange Zeit sah sich Intel deutlich vor der Konkurrenz. (Bild: Intel)
  • Der Presler war das letzte Netburst-Design. (Bild: Nico Ernst)
  • Von 90 nm bis 22 nm lief Moore's Law. (Bild: Intel)
  • Einst wollte Intel schon 2015 mit 10 nm loslegen. (Bild: Nico Ernst)
  • Mit dem Conroe begann Intels immenser Erfolg des vergangenen Jahrzehnts. (Bild: Nico Ernst)
  • Die 14-nm-Fertigung musste sehr lange reifen. (Bild: Intel)
  • Statt Tick Tock sollte PAO herhalten. (Bild: Intel)
  • 14++++ nm als Fertigung ist real. (Bild: Intel)
  • Diese Roadmap von Mai 2019 ist veraltet, 7 nm wurde verschoben. (Bild: Intel)
14++++ nm als Fertigung ist real. (Bild: Intel)

Durch die vielen ursprünglich nicht geplanten 14-nm-Prozessoren musste Intel mehrmals Lieferprobleme eingestehen, selbst die Kapazitätsverdopplung seit 2017 kann dies nur bedingt ausgleichen. Um konkurrenzfähig zu bleiben, wurde gar ein 10-nm-Design auf 14 nm rückportiert, Rocket Lake soll im Frühling 2021 im Desktopsegment antreten. Statt der seit 2015 durchgeschleppten Skylake-Architektur kommt mit Cypress Cove eine pro Takt deutlich stärkere Technik zum Einsatz.

Schon Ende 2021 soll Alder Lake folgen, das erste 10-nm-Design für Desktops. Hier nutzt Intel acht schnelle und acht sparsame Kerne, entsprechende Vorarbeit ist mit Lakefield geleistet worden. Im Serversegment soll endlich Ice Lake SP mit 10 nm und 38 Kernen erscheinen, dürfte aber gegen AMDs Epyc 7003 (Milan) chancenlos sein. Die Data Center Group hätte die CPUs jedoch nötig, zuletzt fiel der Gewinn der Abteilung von 3,1 Milliarden US-Dollar auf 1,9 Milliarden US-Dollar.

  • Von links nach rechts: Willamette, Northwood, Prescott (Bild: Intel)
  • Lange Zeit sah sich Intel deutlich vor der Konkurrenz. (Bild: Intel)
  • Der Presler war das letzte Netburst-Design. (Bild: Nico Ernst)
  • Von 90 nm bis 22 nm lief Moore's Law. (Bild: Intel)
  • Einst wollte Intel schon 2015 mit 10 nm loslegen. (Bild: Nico Ernst)
  • Mit dem Conroe begann Intels immenser Erfolg des vergangenen Jahrzehnts. (Bild: Nico Ernst)
  • Die 14-nm-Fertigung musste sehr lange reifen. (Bild: Intel)
  • Statt Tick Tock sollte PAO herhalten. (Bild: Intel)
  • 14++++ nm als Fertigung ist real. (Bild: Intel)
  • Diese Roadmap von Mai 2019 ist veraltet, 7 nm wurde verschoben. (Bild: Intel)
Diese Roadmap von Mai 2019 ist veraltet, 7 nm wurde verschoben. (Bild: Intel)

Auf die eigene Fertigung als Lösung zu setzen, klappt nicht: Das mit extrem ultravioletter Belichtung (EUV) arbeitende 7-nm-Verfahren wurde um mindestens ein Jahr verschoben und die Idee, als Foundry zusätzlich Geld zu verdienen, ist abseits vereinzelter Designs von Achronix und Spreadtrum gescheitert. Ergo macht Intel, was einst undenkbar war: Der Hersteller wird bestimmte Designs zu TSMC auslagern, darunter Atom- sowie Xeon-SoCs und Chiplets für Supercomputer-Beschleuniger.

Intel wird zwar anders als AMD in den kommenden Jahren keineswegs "fabless" werden, wohl aber nicht mehr ausschließlich auf die eigenen Fabs setzen. Wie genau die Strategie aussehen soll, dürfte Intel im Januar 2021 erläutern, denn die Investoren machen Druck. Spätestens dann sollte die legendäre Aussage von AMDs einstigem CEO Jerry Sanders ihre Gültigkeit verlieren: "Real men use all fabs" heißt es künftig auch bei Intel - es wurde Zeit.

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 Tick Tock wurde immer langsamer
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wurstdings 05. Jan 2021 / Themenstart

Also das Chipletts fürn Desktop teurer als monolitische Designs sein soll, höre ich zum...

platoxG 05. Jan 2021 / Themenstart

Es fällt schwer sich vorzustellen, dass auf den Fabs und dem zugehörigen Management bei...

Legendenkiller 04. Jan 2021 / Themenstart

Man muss ebend nicht nur gute Produkte haben, sondern auch liefern können. Und TSMC ist...

lordarmitage 04. Jan 2021 / Themenstart

Herzlichen Dank für deinen Beitrag Prädikat: sehr lesenswert lg

platoxG 03. Jan 2021 / Themenstart

Was sollte das mit IBM zu tun habe? Die haben damals nur wirtschaftlich/egoistisch in...

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