Netburst gescheitert, iPhone verpasst

AMD hielt mit dem Athlon XP in 180 nm (Palomino) und in 130 nm (Thoroughbred) dagegen, aber erst der Athlon 64 alias Hammer sorgte im Herbst 2003 für echte Konkurrenz. Intel präsentierte zwar mit dem Pentium Extreme Edition (Gallatin) noch ein aus dem Serversegment entliehenes Design, das reichte trotz gigantischer 2 MByte L3-Cache aber nicht für die Spitze.

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Erst der Prescott mit 90 nm schaffte Anfang 2004 die benötigten Taktsprünge: Bis Ende des Jahres holte Intel beim Pentium 4 HT 570 satte 3,8 GHz bei 115 Watt heraus - mehr war mit Netburst nicht möglich, ein 4-GHz-Modell wurde nie veröffentlicht. Der Prescott-Nachfolger, der Tejas alias Pentium V hätte über 5 GHz erreichen sollen.

Frühe Muster liefen anno 2004 mit 2,8 GHz bei 150 Watt, was angesichts des 90-nm-Verfahrens hoch war. Die Idee, dass hoher Takt zum Ziel führt, war somit krachend gescheitert - auch, weil die Fertigung einfach nicht mithalten konnte. Also kombinierte Intel ab Frühling 2005 zwei Dies auf einem Träger (Smithfield & Presler) zum Pentium D, denn Kerne statt Takt lautete nun die Devise.

  • Von links nach rechts: Willamette, Northwood, Prescott (Bild: Intel)
  • Lange Zeit sah sich Intel deutlich vor der Konkurrenz. (Bild: Intel)
  • Der Presler war das letzte Netburst-Design. (Bild: Nico Ernst)
  • Von 90 nm bis 22 nm lief Moore's Law. (Bild: Intel)
  • Einst wollte Intel schon 2015 mit 10 nm loslegen. (Bild: Nico Ernst)
  • Mit dem Conroe begann Intels immenser Erfolg des vergangenen Jahrzehnts. (Bild: Nico Ernst)
  • Die 14-nm-Fertigung musste sehr lange reifen. (Bild: Intel)
  • Statt Tick Tock sollte PAO herhalten. (Bild: Intel)
  • 14++++ nm als Fertigung ist real. (Bild: Intel)
  • Diese Roadmap von Mai 2019 ist veraltet, 7 nm wurde verschoben. (Bild: Intel)
Der Presler war das letzte Netburst-Design. (Bild: Nico Ernst)

Intern hatte das Team im israelischen Haifa derweil den Heilsbringer entwickelt: Ausgehend von dem für Notebooks gedachten Pentium M (Banias & Dothan) auf Basis der wieder hervorgeholten P6-Architektur entstand eine verbesserte Version im 65-nm-Node, der Yonah. Bekannt aber wurden diese Chips unter ihrer Marketing-Bezeichnung, nämlich Core. Diese CPUs überzeugten auch Apple, so dass Anfang 2006 der Wechsel von Power PC zu x86 erfolgte und im iMac ein zweikerniger Core Duo T2500 steckte.

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Neben dem Wechsel von PowerPC zu x86 war Apple an einer weiteren Kooperation interessiert, genauer an einem Chip mit Xscale-Architektur. Es wäre das ARM-basierte Design für das erste iPhone von 2007 gewesen, allerdings hatte Intel-Chef Paul Otellini das Volumen völlig unterschätzt und daher den von Apple genannten Fixpreis als zu gering erachtet. Rückblickend bedauerte Otellini diese folgenschwere Entscheidung.

Apple wandte sich erst Samsung zu und veröffentlicht seit 2010 nur noch iPhones mit selbst entwickelten Systems-on-a-Chips wie dem A4. Intel hingegen verkaufte die Xscale-Abteilung an Marvell und konnte trotz Milliardenverlusten in der Mobile and Communications Group mit den Atom-Designs nie Fuß im lukrativen Smartphone-Markt fassen. Dank eigener LTE-Modems gewann Intel zwar Apple zeitweise als Kunden zurück, blieb bei 5G aber hinter Qualcomm zurück und verkaufte die Sparte schlussendlich 2019 - an Apple.

  • Von links nach rechts: Willamette, Northwood, Prescott (Bild: Intel)
  • Lange Zeit sah sich Intel deutlich vor der Konkurrenz. (Bild: Intel)
  • Der Presler war das letzte Netburst-Design. (Bild: Nico Ernst)
  • Von 90 nm bis 22 nm lief Moore's Law. (Bild: Intel)
  • Einst wollte Intel schon 2015 mit 10 nm loslegen. (Bild: Nico Ernst)
  • Mit dem Conroe begann Intels immenser Erfolg des vergangenen Jahrzehnts. (Bild: Nico Ernst)
  • Die 14-nm-Fertigung musste sehr lange reifen. (Bild: Intel)
  • Statt Tick Tock sollte PAO herhalten. (Bild: Intel)
  • 14++++ nm als Fertigung ist real. (Bild: Intel)
  • Diese Roadmap von Mai 2019 ist veraltet, 7 nm wurde verschoben. (Bild: Intel)
Mit dem Conroe begann Intels immenser Erfolg des vergangenen Jahrzehnts. (Bild: Nico Ernst)

Zurück zum iMac von 2006: Wenige Monate später erschien der Core 2 Duo (Conroe) für Desktopsysteme und machte die Netburst-Ära urplötzlich vergessen. Der Fokus auf Prozessoren machte sich wortwörtlich bezahlt, denn kein Intel-Firmenchef vor dem 2005 angetretenen Otellini trieb den Umsatz derart nach oben.

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 Halbleiterfertigung: Wie Intels einstiger Vorteil zum Nachteil wurdeTick Tock wurde immer langsamer 
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wurstdings 05. Jan 2021

Also das Chipletts fürn Desktop teurer als monolitische Designs sein soll, höre ich zum...

platoxG 05. Jan 2021

Es fällt schwer sich vorzustellen, dass auf den Fabs und dem zugehörigen Management bei...

Legendenkiller 04. Jan 2021

Man muss ebend nicht nur gute Produkte haben, sondern auch liefern können. Und TSMC ist...

lordarmitage 04. Jan 2021

Herzlichen Dank für deinen Beitrag Prädikat: sehr lesenswert lg

platoxG 03. Jan 2021

Was sollte das mit IBM zu tun habe? Die haben damals nur wirtschaftlich/egoistisch in...



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