Halbleiterfertigung: Was Apple wohl bei Intel fertigen lassen wird
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Nachdem es bereits länger Gerüchte gab, sollen Apple und Intel eine Vereinbarung zur Fertigung von Chips geschlossen haben. Für Intel Foundry, das Fertigungsdienstleistungen vermarktet, wäre der Gewinn eines ersten Großkunden ein wichtiges Signal.
Es stellt sich aber die Frage: Welche Chips könnte Apple bei Intel in Auftrag geben? Wir betrachten die verschiedenen Möglichkeiten.
Bereits bei den ersten Berichten wurden die kleinen SoCs (System-on-Chip) für Macbooks und iPads, also die M-Reihe, als mutmaßliches Intel-Produkt genannt. Diese Annahme liegt aus mehreren Gründen nahe. Zunächst handelt es sich um einen relativ kleinen Chip. Das verringert das Defektrisiko und damit den Ausschuss, zumal Intel bei 18A noch Probleme mit der Ausbeute (Yield) haben soll.
Zudem wären die kleinen M-Prozessoren für Apple das risikoärmste Produkt für einen Wechsel von TSMC: Sie sind weder auf höchste Effizienz angewiesen wie die A-Serie für Smartphones noch auf höchste Leistung wie die Pro- und Max-Variante der M-Reihe. Als Fertigungsprozess steht Intel 18A-P im Raum, die für Mobilgeräte optimierte Weiterentwicklung von Intel 18A.
Der A20 kommt auch aus einem anderen Grund nicht infrage: Für ihn käme Intel 18A-P zu spät. Bei den iPhones hielt Apple in den vergangenen Jahren zuverlässig einen zwölfmonatigen Produktzyklus ein. Das nächste Modell ist damit im September 2026 zu erwarten, die Fertigung mit Intel 18A-P hat aber noch nicht begonnen. Zum M6 aber passt der Zeitplan.
Apple braucht Alternativen zu TSMC
Dass Apple zu einem anderen Fertiger neben dem langjährigen Partner TSMC wechselt, hat eine Reihe von Gründen. TSMC kann die Nachfrage nach seinen besten Prozessen nicht befriedigen und hat zudem in den vergangenen Jahren mehrfach die Preise angezogen.
Bei Intel hingegen dürfte Apple wieder ähnlich günstige Konditionen erhalten wie in der Vergangenheit bei TSMC: Niedrigere Kosten im Gegenzug dafür, mit der frühen Nutzung eines neuen Prozesses ein gewisses Risiko einzugehen. TSMC hingegen hat für seinen N2-Prozess gleich mehrere Initialkunden.
Der Start des Prozesses passt zudem diesmal schlecht zu Apples Produktzyklus. Für die A19- und M5-Familien kam N2 zu spät, einen M6 hätte Apple, wie den M4, mit wenig zeitlichem Abstand einschieben müssen.
Bei Intel fertigen zu lassen hat für Apple auch noch einen weiteren Vorteil: Es signalisiert der Trump-Regierung Entgegenkommen, indem ein Teil der Fertigung in die USA verlagert wird. Der Kursanstieg der Intel-Aktie infolge der Berichte kommt dabei der US-Regierung und Präsident Donald Trump direkt zugute, die beide Intel-Anteile halten.
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