Halbleiterfertigung: TSMC will Chips für Autos priorisieren

Die Fahrzeughersteller hatten die Bestellungen bei TSMC selbst gekürzt, nun mangelt es ihnen an Auto-Prozessoren und die Politik greift ein.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Wafer in einer Bosch-Fab
Ein Wafer in einer Bosch-Fab (Bild: Bosch)

Der Auftragsfertiger TSMC will die Produktion von Chips für die Automobilbranche priorisieren, sagte ein Sprecher des taiwanischen Wirtschaftsministeriums der Nachrichtenagentur Reuters. Konkret wolle TSMC den Ausstoß optimieren und erhöhen, sofern das Unternehmen in der Lage ist, die Kapazität weiter zu steigern.

Stellenmarkt
  1. Senior Projektleiter - Connected Car (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Wolfsburg
  2. Application Manager (m/w/d) für die Weiterentwicklung und Neueinführung von Fachanwendungen ... (m/w/d)
    Universität Stuttgart, Stuttgart
Detailsuche

Viele Automobilhersteller haben derzeit zu wenig Chips für die Produktion, weshalb unter anderem bei Audi und Volkswagen bereits Schichten ausfallen mussten und Daimler die Mercedes-Benz-Fabrik in Rastatt temporär schloss. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hatte sich per Brief an Taiwans Regierung gewandt und um Unterstützung gebeten.

Altmaier ist allerdings nicht die einzige Person mit einer solchen Anfrage, es kamen dem taiwanischen Wirtschaftsministerium zufolge weitere aus der Europäischen Union und den USA. Die Fahrzeughersteller und deren Zulieferer sind an der Misere jedoch selbst schuld: Im zweiten Quartal 2020 wurden die Aufträge gekürzt, weshalb TSMC andere Kunden priorisierte, aber im zweiten Halbjahr stieg die Nachfrage der Automobilbranche trotz oder gerade wegen der Coronapandemie wieder.

  • Umsatz nach Nodes (Bild: TSMC)
  • Umsatz nach Plattform (Bild: TSMC)
  • Umsatz nach Region (Bild: TSMC)
  • Headquarter (Bild: TSMC)
Umsatz nach Plattform (Bild: TSMC)

Nun lässt sich die Produktion der Fabs nicht innerhalb weniger Tage umstellen, alleine bis ein Wafer alle Schritte durchlaufen hat, dauert es mehrere Wochen. Fertigungsstätten wie Boschs RB300 in Deutschland sind selten, die meisten Chips werden extern produziert. Für TSMC sind Autoprozessoren ohnehin kaum relevant, sie machten trotz eines Anstiegs um 27 Prozent im vierten Quartal 2020 nur 3 Prozent des Umsatzes aus. Rund die Hälfte stammt von Smartphone-SoCs, knapp ein Drittel von HPC (High Performance Computing), also klassischen CPUs und GPUs für Desktops, Workstations oder Server.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


JuBo 27. Jan 2021

Warum sollte man auch auf Nischenanwendungen schauen? Wir bauen Autos in Massen und das...

Tom01 25. Jan 2021

Wieso underratet? Die steht doch auf Höchststand.

Kralom 25. Jan 2021

Jo, der ist durchsichtig. Sieht nach nem Siliziumcarbid-Wafer aus, daher vermutlich nen...

Flasher 25. Jan 2021

Taiwan und insbesondere TSMC wissen auch ohne Altmaier, dass die Produktionskapazitäten...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
GF Technology Summit
High-Tech abseits von Nanometern

Der kleinste Transistor ist nicht alles: Globalfoundries zeigt in Dresden, was vermeintlich alte Technik kann.
Ein Bericht von Johannes Hiltscher

GF Technology Summit: High-Tech abseits von Nanometern
Artikel
  1. Elektroauto: Hyundai Ioniq 6 soll 614 km pro Ladung fahren
    Elektroauto
    Hyundai Ioniq 6 soll 614 km pro Ladung fahren

    Beim Ioniq 6 zeigt sich wieder einmal, dass ein niedriger Luftwiderstandsbeiwert essentiell ist.

  2. Streit mit Magnus Carlsen: Schachgroßmeister Niemann soll über 100 Mal betrogen haben
    Streit mit Magnus Carlsen
    Schachgroßmeister Niemann soll über 100 Mal betrogen haben

    Schachweltmeister Magnus Carlsen wirft dem Großmeister Hans Niemann Betrug vor - eine neue Untersuchung stärkt die Vorwürfe.

  3. Dr. Mike Eissele: Es kann immer wieder technologische Revolutionen geben
    Dr. Mike Eissele
    "Es kann immer wieder technologische Revolutionen geben"

    Chefs von Devs Teamviewer-CTO Dr. Mike Eissele gibt einen tiefen Einblick, wie man sich auf eine Arbeitswelt ohne Bildschirme vorbereitet.
    Ein Interview von Daniel Ziegener

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (Gigabyte RTX 3090 Ti 1.099€, RTX 3070 539€) • Alternate (Team Group DDR4/DDR5-RAM u. SSD) • Günstig wie nie: Inno3D RTX 3090 Ti 1.199€, LG OLED 48" 799€, Samsung QLED TVs 2022 (u. a. 65" 899€, 55" 657€) • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /