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Halbleiterfertigung: TSMC-Ansiedlung sorgt auch für Ärger

In Dresden ist die neue Fabrik des taiwanischen Chipherstellers TSMC willkommen. Doch schon jetzt gibt es warnende Stimmen und erste Konflikte in der Region.
/ Martin Böckmann
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Eine neue Großfabrik bleibt nicht folgenlos. Die Infrastruktur muss ebenfalls wachsen, außerdem steigen Miet- und Grundstückspreise. (Bild: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd.)
Eine neue Großfabrik bleibt nicht folgenlos. Die Infrastruktur muss ebenfalls wachsen, außerdem steigen Miet- und Grundstückspreise. Bild: Taiwan Semiconductor Manufacturing Co., Ltd.

Die Pläne für eine Fabrik von TSMC und einigen Partnerunternehmen nahe Dresden haben in den letzten Monaten dazu geführt, dass die Mietverträge von Kleinunternehmen in unmittelbarer Nähe gekündigt wurden. Nach einem Bericht von Winfuture(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf die Wirtschaftswoche gibt es auch in anderen Ländern Probleme rund um den Bau von TSMC-Fabriken.

Dabei ist der taiwanische Halbleiterhersteller nicht unmittelbar schuld. Oft werden die Dimensionen der Baumaßnahmen unterschätzt, die eine hohe Belastung für die Infrastruktur darstellen. Auch die Auswirkungen auf Immobilienpreise und Mieten sind spürbar, da eine solche Fabrik viele gut bezahlte Fachkräfte in die Region bringt. Außerdem werden zusätzliche Kindergarten- und Schulplätze für die Familien der neuen Arbeiter benötigt.

Besonders stark spürt das die japanische Stadt Kikuyo, wo TSMC ab Ende 2024 die Produktion aufnehmen will . Mit nur einem Zehntel der Einwohner Dresdens stellten bereits die Baumaßnahmen eine große Herausforderung dar. Die verstopften Zufahrtsstraßen dürften mit der Fertigstellung zwar kein Problem mehr sein, dafür greifen die langfristigen Effekte.

Günstige Mietverträge werden gekündigt

Einige Grundstücksbesitzer rund um die geplante TSMC-Fabrik in Dresden spekulieren offenbar schon jetzt darauf, die Gewerbeflächen zukünftig zu viel höheren Preisen an Zulieferer von TSMC zu vermieten. Die bestehenden Verträge wurden gekündigt oder nicht verlängert. Da die Grundstücke nicht in öffentlichem Besitz sind, kann die örtliche Politik dagegen wenig unternehmen.

Es gibt mittlerweile Druck auf die zuständigen Stellen, Bestandsunternehmen stärker zu unterstützen. Laut Stadtrat Torsten Schulze (Grüne) "zeigt sich zum wiederholten Male sehr deutlich, dass Dresden unbedingt neue Gewerbeflächen entwickeln muss" . Die städtischen Gewerbegebiete seien bereits zu 100 Prozent ausgelastet. In einigen Fällen konnten betroffenen Unternehmen mittlerweile Ersatzflächen angeboten werden.


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