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Halbleiterfertigung: Taiwan beschränkt Russland-Exporte auf 25-MHz-Chips

Harte Sanktionen für Russland und Weißrussland: Beide Länder verlieren den Zugriff auf moderne CPU sowie auf die Halbleiterfertigung .
/ Marc Sauter
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Ein Elbrus-8S des MCST (Bild: House of NHTi)
Ein Elbrus-8S des MCST Bild: House of NHTi

Bereits im Februar 2022 hat Taiwans Regierung bekanntgegeben, sich aufgrund der Ukraine-Invasion an den internationalen Sanktionen gegen Russland zu beteiligen. Seit April 2022(öffnet im neuen Fenster) werden diese umgesetzt und im Mai 2022(öffnet im neuen Fenster) auf Weißrussland (Belarus) erweitert. Mittlerweile ist klar, wie die Sanktionen aussehen: Der Export beschränkt sich auf Technik aus dem vergangenen Jahrhundert oder verbietet sie komplett.

Die vom taiwanischen Ministry of Economic Affairs (MOEA) veröffentlichte Liste (via Digitimes(öffnet im neuen Fenster) ) umfasst mehrere Punkte, welche Chips nicht exportiert werden dürfen: Verboten sind mehr als 5 Gigaflops, mehr als 25 MHz, mehr als 32 Bit breite ALUs, mehr als 2.5 MByte/s Transferrate, mehr als 144 Pins oder Gates schneller als 0,4 ns.

Oder, um es anders auszudrücken: Selbst einer der späteren Intel i386DX mit 33 MHz(öffnet im neuen Fenster) wäre außen vor gewesen. Ebenfalls gestrichen ist Ausrüstung für die Halbleiterfertigung, die zur Wafer-Produktion gedacht ist. Darunter fällt etwa Equipment mit Röntgenstrahlung, aber auch Lithografie-Systeme sowie Elektronenmikroskope zur Inspektion von Chips.

Eigene Designs, aber externe Herstellung

Russland setzt bei Behörden und beim Militär zumindest anteilig auf selbst entwickelte Prozessoren, ist jedoch insgesamt von aus dem Ausland bezogener Technik abhängig. Zu den bekanntesten Designs gehören die Elbrus-CPUs des MCST , wobei das Moskauer Zentrum für Sparc-Technologie auf VLIW als Architektur und auf die taiwanische TSMC als Auftragsfertiger für Nodes wie 28 nm bis 7 nm setzt.

Zudem gibt es von Baikal Electronics die gleichnamigen Baikal-CPUs mit ARM-Technik, auch hier kommen TSMCs 28- und 16-nm-Verfahren zum Einsatz. Die Prozessoren sind für Bürorechner, aber auch für Laptops und für Server gedacht – sie decken also nahezu alle Segmente ab.


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