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Halbleiterfertigung: Spanien investiert elf Milliarden Euro in Chipproduktion

Das Land investiert Milliarden in Wiederaufbau und Modernisierung seiner Industrie. Das soll die Auswirkungen der Corona-Pandemie mildern.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
Spaniens Regierung möchte gern solche Halbleiterfabriken im Land ansiedeln. (Bild: Intel)

Spaniens Regierungschef Pedro Sanchez gab die Entscheidung persönlich bekannt: elf Milliarden Euro will seine Regierung in die Produktion von Halbleitern und Mikrochips investieren. Das Ganze ist Teil eines größeren Programms der Regierung, der das von der Corona-Pandemie stark betroffene Land wieder auf die Beine bringen soll. Sanchez hob die große Bedeutung des Technologiesektors und die geostrategische Relevanz der Halbleiterfertigung hervor.

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Im Rahmen seiner Investitionen in Europa kündigte Intel bereits eine Kooperation mit dem Barcelona Supercomputing Center an. Derzeit gibt es im Land allerdings keine Halbleiterfertigung, das einzige Werk bei Madrid wurde 2001 geschlossen. Nicht zuletzt die Ansiedelung von Intel in Magdeburg zeigte, dass Halbleiterhersteller sich ihre Fabs mit öffentlichen Mitteln bezuschussen lassen. Intel hatte auch öffentlich betont, dass Europa mehr subventionieren müsse, wenn zusätzliche Fabs entstehen sollen.

Das nächste Werk in Europa möchte die spanische Regierung wohl gern im eigenen Land haben. Die Mittel entstammen nicht dem European Chips Act, sondern werden aus staatlichen Geldern und Wiederaufbauhilfen der EU bestritten. Spanien soll bis 2026 aus dem Corona-Wiederaufbauprogramm 140 Milliarden Euro erhalten, die Hälfte davon steht als zinsgünstiger Kredit zur Verfügung.

Großangelegtes Zukunftsprogramm

Neben der Halbleiterfertigung will die spanische Regierung weitere Sektoren fördern. Im Rahmen des Plan de Recuperacion, Transformacion y Resiliencia (PERTE, Plan zur Erholung, Transformation und Resilienz) wurden neun weitere strategische Bereiche definiert. Neben Elektroautos und Wasserstoff zählen hierzu auch Wassermanagement und Agrarindustrie. Für das Programm sollen 56 Milliarden Euro bereitstehen.