Halbleiterfertigung: Chinas Halbleiterbranche auf Richtungssuche

Halbleiterfertigung ist in China keine rein ökonomische Angelegenheit. Firmen wie SMIC bringt das in eine schwierige Situation.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
Noch wehen viele Flaggen vor SMICs Zentrale, der künftige Kurs könnte das Unternehmen aber international isolieren.
Noch wehen viele Flaggen vor SMICs Zentrale, der künftige Kurs könnte das Unternehmen aber international isolieren. (Bild: SMIC)

Eine starke Halbleiterbranche ist für die Staatsführung der Volksrepublik China eine politische Angelegenheit. Milliarden US-Dollar flossen in den vergangenen Jahren, um zur Weltspitze aufzuschließen. Das bringt Unternehmen wie die Semiconductor Manufacturing International Corporation (SMIC), Chinas größten Halbleiterfertiger, nach Einschätzung der Financial Times in Bedrängnis: Das politisch gewollte Mithalten mit der Weltspitze, allen voran TSMC, kostet sie Geld und bindet Ressourcen.

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Zwar ist SMIC in der Lage, Chips mit einem 7-nm-Prozessknoten zu fertigen. Schnell wurden allerdings Stimmen laut, die zum Schluss kamen, das Unternehmen habe den Prozess schlecht im Griff. Auch die Ausbeute (Yield), also der Anteil voll funktionsfähiger Chips pro Wafer, sei gering. Da SMIC zudem aufwändige Mehrfachbelichtung mit DUV-Lasern nutzen muss - EUV-Belichtungsmaschinen dürfen nicht nach China exportiert werden -, wird die Produktion der Chips sehr teuer.

SMIC verdient also mit seinen High-End-Chips wenig, gleichzeitig bindet der Prozess Maschinen. Die fehlen für etablierte, ältere Prozesse, mit denen mehr Geld verdient werden könnte. SMIC muss sich also entscheiden zwischen Wirtschaftlichkeit und politischen Zielsetzungen. Letztere riskieren die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, da es ungleich höhere Hindernisse überwinden muss als seine Wettbewerber. Es würde sich damit selbst vom internationalen Markt isolieren.

Uneinige Führung

Zwar macht SMIC fast 70 Prozent seines Umsatzes im Heimatland, dieser Markt schwächelte aber zuletzt ebenfalls. Ein vollständiges Wegbrechen der internationalen Kunden würde das Unternehmen in eine schwierige Situation bringen. Das legen auch Äußerungen von Zhao Haijun, eines der beiden CEOs, nahe.

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Zhao zeigte sich besorgt angesichts geopolitischer Spannungen. Zwar verwies er abstrakt auf die Gefahr eines "regionalen Konflikts in Übersee", die zeitliche Nähe zu den jüngsten Spannungen zwischen Taiwan und der Volksrepublik China legt aber nahe, dass dies der Grund seiner Sorgen ist. Und die sind wirtschaftlicher Natur: Zhao sagte, angesichts des möglichen Konflikts hätten "Kunden abrupt Bestellungen storniert".

Zhaos Äußerung legt nahe: Für ihn steht das wirtschaftliche Wohlergehen des Unternehmens im Vordergrund. Dem zweiten CEO, Liang Mong Song, hingegen wird ein starker Fokus auf die technologische Entwicklung nachgesagt. Ihm wird eine zentrale Rolle bei TSMCs und Samsungs Weg zur Weltspitze zugeschrieben.

Ob er sich angesichts SMICs schwieriger Situation wegen immer neuer Sanktionen für wirtschaftlichen Realismus oder den langen technologischen Marsch entscheidet, bleibt abzuwarten. Seine Entscheidung wird die Zukunft des Unternehmens prägen - und ein Wegweiser für andere Unternehmen der Halbleiterbranche sein.

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