Halbleiterfertigung: China und Huawei setzen auf eigene Chips

Während chinesische Investoren den größten britischen Halbleiterfertiger kaufen, will Huawei in anderthalb Jahren zu den USA aufschließen.

Artikel veröffentlicht am , /Mike Wobker/
Ein TSMC-Wafer mit 7-nm-Chips
Ein TSMC-Wafer mit 7-nm-Chips (Bild: Marc Sauter/Golem.de)

China und chinesische Unternehmen arbeiten weiter daran, sich bei der Halbleiterfertigung unabhängiger von den USA und anderen Ländern zu machen: So hat die Wingtech-Investorengruppe mit der Newport Wafer Fab den größten Produzenten in Großbritannien übernommen und Huawei will mit Startups und einer eigenen Fab in Wuhan erfolgreich sein.

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Die Wingtech-Gruppe besitzt mit Nexperia einen Halbleiterfertiger, genauer das ehemalige Standard Products Business von NXP. Eben dieses Nexperia hat die Newport Wafer Fab gekauft, die künftig als Nexperia Newport produzieren soll. Die Fab arbeitet mit 200-mm-Wafern und 180-nm-Lithografie, der Durchsatz liegt bei 32.000 Siliziumscheiben pro Monat.

Huawei setzt derweil direkt auf einen Neubau, schon 2022 soll im chinesischen Wuhan eine Fab in Betrieb genommen werden. Aus Unternehmenskreisen hat Golem.de erfahren, dass Huawei in den nächsten anderthalb Jahren zur US-Chip-Industrie aufschließen möchte. Bis dahin sollen ältere Designs und eine verbesserte Software die Lücke so weit wie möglich schließen.

Fokus auf eigene Lieferkette

Wie Caijing (via Light Reading) berichtet, investiert Huawei zudem in diverse Startups: Via Habo Technology wurden in drei Jahren bisher 38 Unternehmen unterstützt, davon gleich 35 mit einem Fokus auf Mikrochips. Das erklärte Ziel ist es, sich eine eigene Lieferkette aufzubauen, welche für die Fab und für elektronische Geräte unerlässlich ist.

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Ende 2019 bis Mitte 2020 lag der Fokus von Habo Technology auf Materialien und opto-elektronischen Chips, später im Jahr und Anfang 2021 wurde verstärkt in EDA-Software investiert. In den vergangenen Monaten wiederum nahm Habo Technology knapp 13 Millionen US-Dollar in die Hand, um Beijing Laserwave zu unterstützen, das Lichtquellen für Lithographie-Systeme entwickelt und produziert. Zuletzt wurde in Max One investiert, das Testequipment für Chips und Packaging entwirft.

Hintergrund von Huaweis Ambitionen ist der Bann durch die USA, womit dem Unternehmen unter anderem die Möglichkeit genommen wurde, beim taiwanischen Auftragsfertiger TSMC produzieren zu lassen. Selbst die größte chinesische Foundry, SMIC, landete auf der schwarzen Liste und soll dadurch daran gehindert werden, an US-basierte Produkte für den Betrieb zu kommen.

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