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Halbleiterbranche: Schnelles Ende des Irankriegs könnte Chipkrise verhindern

Fehlendes Erdgas und Helium treffen die Halbleiterbranche . Steigende Preise sind absehbar, die Auswirkungen können aber moderat bleiben.
/ Johannes Hiltscher
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Ein LNG-Terminal im katarischen Ras Laffan (Bild: Matthew Smith, Flickr)
Ein LNG-Terminal im katarischen Ras Laffan Bild: Matthew Smith, Flickr / CC-BY 2.0
Inhalt
  1. Halbleiterbranche: Schnelles Ende des Irankriegs könnte Chipkrise verhindern
  2. Kostensteigerung durch Gasknappheit

In der Halbleiterbranche herrscht Anspannung: Der Krieg Israels und der USA gegen den Iran und die Blockade der Straße von Hormus führen zu Engpässen in der Versorgung mit Helium und Erdgas. Durch die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran kann Katar beides nicht mehr exportieren. Helium steht dabei oft im Zentrum der Aufmerksamkeit, da Katar zuletzt einen Anteil von rund einem Drittel am Weltmarkt hatte.

Nachzulesen ist dies etwa in einem Bericht des Fachmagazins Gasworld (PDF)(öffnet im neuen Fenster) . In der Halbleiterbranche ist Helium als Kühlmittel und Inertgas teils unersetzbar, dennoch gibt sich die Branche bislang gelassen. So sagte etwa Terry Tsao, Präsident des Branchenverbands Semi Taiwan, der Zeitung Taipei Times(öffnet im neuen Fenster) , vorerst erwarte die Branche keine Chip-Knappheit. Und Gasworld ordnet die jüngsten Preissprünge bei Helium ein(öffnet im neuen Fenster) : Die beträfen nur den Spot-Markt, der lediglich zwei bis vier Prozent des gehandelten Heliums ausmache.

Sie seien damit noch kein Alarmsignal, da es zuletzt eine Überkapazität in der Heliumproduktion gegeben habe. Eine wichtige Einschränkung gibt es allerdings: Würden iranische Angriffe weitere Produktions- und Logistikeinrichtungen beschädigen, könnten die Auswirkungen gravierend werden. Aktuell sind die Anlagen in Ras Laffan beschädigt, die 80 Prozent des katarischen Heliums liefern. Ihre Reparatur könne, so Gasworld, bis zu fünf Jahre dauern.

Halbleiterhersteller erwarten keine direkten Auswirkungen

Durch den Ausfall von Ras Laffan sei mit einer Heliumunterversorgung von 10 bis 15 Prozent zu rechnen – man habe bereits Schlimmeres gesehen. Die Halbleiterhersteller erwarten hierdurch keine direkten Auswirkungen, sollte der Irankrieg innerhalb von vier bis sechs Wochen beendet werden.

Infolge der Coronapandemie sei die Lagerhaltung ausgebaut worden, was helfe, kurzfristige Engpässe zu überbrücken. Die Lieferkette für Helium sei bereits diversifiziert worden, zudem sei in den vergangenen Jahren die Wiederverwendung des Gases verbessert worden. Durch die Überproduktion der vergangenen Jahre sind zudem wohl Heliumreserven vorhanden, die Produktionsausfälle eine Weile kompensieren können.

Ein großes Problem könnte hingegen die Versorgung mit Brom werden, das etwa für Ätzmittel verwendet wird. Mehr als zwei Drittel des am Weltmarkt gehandelten Broms kommen aus Israel(öffnet im neuen Fenster) . Ein Angriff Irans auf die entsprechende Infrastruktur könnte daher weitreichende Auswirkungen haben.

Dass Halbleiter teurer werden, ist allerdings ziemlich wahrscheinlich.


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