Halbleiter-Produktion: Investitionen in Chips aus den USA hängen EU und China ab

"Europa hechelt hinterher", sagte der Präsident des Branchenverbands der Elektro- und Digitalindustrie.

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US-Präsident Joe Biden besuchte im Dezember das im Bau befindliche TSMC-Werk in Arizona.
US-Präsident Joe Biden besuchte im Dezember das im Bau befindliche TSMC-Werk in Arizona. (Bild: Michael Chow / USA Today Network via Reuters)

Bis 2025 werden Chipkonzerne wie TSMC, Intel und Samsung über 122 Milliarden US-Dollar in neue Werke in den USA investieren, wie eine Auswertung im Auftrag des Handelsblatts zeigt. "Die USA liegen ganz klar vorn, Europa hechelt hinterher", sagte Gunther Kegel, Präsident des Branchenverbands der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI), dem Handelsblatt.

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hatte mit dem Chips Act for America im Sommer ein 52 Milliarden US-Dollar umfassendes Subventions-Programm für die Halbleiter-Branche beschlossen. Die Mitgliedsstaaten der EU einigten sich Anfang Dezember 2022 auf eine Linie zum geplanten Förderprogramm der Halbleiter-Produktion. Insgesamt sollen 43 Milliarden Euro aus öffentlichen und privaten Quellen mobilisiert werden, um die EU weniger abhängig von Importen zu machen. Beschlossen ist das Förderprogramm damit noch nicht. "Das dauert zu lange bei uns, die USA sind anderthalb Jahre voraus", sagte ZVEI-Präsident Kegel dem Handelsblatt.

Das Wachstum in den USA lässt dabei alle anderen Standorte weltweit hinter sich. Während in den USA in den kommenden drei Jahren 122,53 Milliarden US-Dollar investiert werden, sind es in TMSCs Heimatland Taiwan lediglich 101,56 Milliarden. Taiwan ist momentan einer der wichtigsten Produzenten von Halbleitern. Laut den Wirtschaftsanalysten von Trendforce liegt fast die Hälfte der weltweiten Wafer-Produktionskapazitäten in der Republik China, was die politischen Spannungen mit der benachbarten Volksrepublik China für die Technologieindustrie weltweit zu einem zentralen Thema macht.

In der Volksrepublik China werden bis 2025 nach der Auswertung des Handelsblatts lediglich 3,25 Milliarden US-Dollar investiert. Laut Reuters plant China jedoch ein Investitionsprogramm in Höhe von 143 Milliarden US-Dollar, um vor allem mit der Produktion in den USA mithalten zu können. Die USA sanktionieren die Volksrepublik ungeachtet der Kritik der Welthandelsorganisation WTO mit Handelsblockaden. Seit Beginn des Ukrainekriegs wächst die Sorge vor einer militärischen Eskalation des Konflikts zwischen Taiwan und China. Intel-CEO Pat Gelsinger sagte angesichts des Konflikts im Oktober 2022, dass eine Neuausrichtung der Lieferketten geopolitisch unvermeidlich sei.

Intel kündigte im März 2022 mehrere neue Standorte in Europa an. Das größte Projekt ist eine Mega-Fab in Deutschland. Der Bau der Anlage in Magdeburg soll noch in diesem Jahr beginnen. Das Werk soll 17 Milliarden US-Dollar kosten, von denen rund 6,8 Milliarden aus Subventionen aus dem Bundeshaushalt kommen sollen.

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