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Halbleiter Made in China: Huawei startet Comeback auch abseits von Smartphones

Mit in China gefertigten Halbleitern strebt Huawei die Rückkehr zu alter Größe an. Neben der Fertigung braucht es dazu auch Entwicklungssoftware.
/ Johannes Hiltscher
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Hisilicon entwickelt und verkauft nicht nur SoCs für Smartphones, sondern auch für Überwachungskameras. (Bild: Matt Baume, Flickr)
Hisilicon entwickelt und verkauft nicht nur SoCs für Smartphones, sondern auch für Überwachungskameras. Bild: Matt Baume, Flickr / CC-BY-SA 2.0

Der breiten Öffentlichkeit war Huawei immer für seine Smartphones sowie die kontrovers diskutierten Kompontenten für 5G-Netze bekannt. Kaum bekannt ist hingegen, dass die Tochter Hisilicon vor Beginn der US-Sanktionen 2019 laut Schätzungen 60 Prozent der Chips für Überwachungskameras lieferte. Da aufgrund der Sanktionen die Lieferkette wegbrach, sank der Anteil bis 2021 auf 3,9 Prozent. Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet, hat sich das Unternehmen mittlerweile von diesem Rückschlag erholt(öffnet im neuen Fenster) .

So liefere Hisilicon wieder Chips für Überwachungskameras, die mittlerweile in China hergestellt würden. Damit hätte das Unternehmen ein weiteres Mal die US-Sanktionen umgangen, nachdem Ende August 2023 bekannt wurde, dass das Kirin 9000S SoC (System on Chip) in Huaweis Mate 60 Pro vom chinesischen Auftragsfertiger SMIC in einem 7-nm-Prozess hergestellt wird . Die Chips für Überwachungskameras sind weniger anspruchsvoll, Huawei könnte sie sogar selbst fertigen. Im August 2023 wurde bekannt, dass das Unternehmen klandestin Halbleiter-Fabs aufbaut und kauft .

Reuters beruft sich auf anonyme Quellen, die über Hisilicons Pläne informiert seien. Da Hisilicon bereits vor 2019 hauptsächlich chinesische Kunden belieferte, sind die Aussagen kaum zu überprüfen. Sollte Hisilicon sich hier einen größeren Marktanteil zurückerobern können, dürfte dies allerdings bald an den Geschäftszahlen der Konkurrenz, etwa Novatek aus Taiwan, ablesbar sein.

Welche Entwurfssoftware nutzt Hisilicon?

Die physische Fertigung ist allerdings nur der letzte Schritt, um zum eigenen Chip zu kommen. Davor muss dieser erst einmal mittels sogenannter EDA-Software (für Electronic Design Automation) entworfen werden. Und genau die ist Teil der Handelsbeschränkungen .

Reuters zitiert den Techinsights-Analysten Dan Hutcheson: Den Kirin 9000S habe Huawei mit Software entworfen, "die sie nicht haben sollten" . Das könnte auch für die Chips für Überwachungskameras gelten. Aber auch hier scheint Huawei mittlerweile eine gewisse Autonomie erreicht zu haben: Bereits im Mai 2023 wurde berichtet, dass das Unternehmen EDA-Software für den Entwurf von 14-nm-Chips entwickelt(öffnet im neuen Fenster) habe. An Entwicklungssoftware arbeiten mehrere Unternehmen in China, mit denen Huawei für die eigene Software zusammengearbeitet haben soll.


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