Halbleiter: Intel will große Chipfabrik in Deutschland bauen

Deutschland könnte die größte Chipfabrik Europas bekommen. Intel macht die Standortentscheidung jedoch von staatlicher Förderung abhängig.

Artikel veröffentlicht am ,
Intel-Chef Pat Gelsinger: Intel kommt nach Deutschland, falls die Förderung stimmt.
Intel-Chef Pat Gelsinger: Intel kommt nach Deutschland, falls die Förderung stimmt. (Bild: Intel)

Intel will eine große Chip-Fabrik in Europa bauen, möglicherweise in Deutschland. Allerdings stellt Pat Gelsinger, Chef des Hardware-Konzerns, teure Bedingungen.

Die Europäische Union will eine eigene Chipfertigung aufbauen, um die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern zu verringern. Da Halbleiter derzeit knapp sind, muss in einigen Branchen, darunter in der Automobilindustrie, die Produktion zurückgefahren werden. Intel will sich an der europäischen Halbleiter-Allianz beteiligen.

Beim Standort für die Fabrik hat Intel auch schon eine Präferenz: "Es spricht viel für Deutschland", sagte Gelsinger der Wirtschaftstageszeitung Handelsblatt.

Eine Fabrik zu bauen, kostet 10 Milliarden Euro

Gelsinger stellt jedoch Bedingungen. Er macht das Projekt von einer staatlichen Förderung abhängig. Südkorea oder Taiwan übernähmen etwa 40 Prozent der Baukosten. "Um wettbewerbsfähig zu sein, brauchen wir dieses Niveau", sagte der Intel-Chef. "Eine neue Fabrik kostet mindestens zehn Milliarden Dollar, und an einem Standort braucht es zwei davon, um Größenvorteile zu nutzen."

Bei einer Investition von 20 Milliarden Euro müssten die Subventionen acht Milliarden Euro betragen. Allerdings plant Intel auch groß: "Wir würden an unserem neuen Standort über ein Jahrzehnt hinweg sechs bis acht Fabs errichten. Das wäre das mit Abstand größte Fabprojekt aller Zeiten auf europäischem Boden", sagte Gelsinger.

Intel will dieses Jahr über den Standort entscheiden

Viel Bedenkzeit hat die Bundesregierung nicht: Der Konzern wolle in der zweite Hälfte dieses Jahres eine Entscheidung über den Standort fällen. "Das ist ein kritischer Moment in der Geschichte. Wir können den Abwärtstrend jetzt noch umkehren und die Abhängigkeit von Asien verringern", sagte Gelsinger. "Aber in fünf Jahren ist es zu spät."

Wie wichtig es ist, die Abhängigkeit von asiatischen Herstellern Asien zu verkleinern, hat VW-Markenchef Ralf Brandstätter im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX und der Deutschen-Presse-Agentur betont: Eine Beschaffungs-Taskforce des VW-Konzerns befasse sich "rund um die Uhr mit nichts anderem" als den Engpässen bei Chips. Dieser sei "ein Topthema auch auf Vorstandsebene". Zuletzt habe VW die Produktion des Passat in Emden stoppen müssen, weil Elektronikbauteile fehlten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


mmatok 03. Mai 2021

Tut es auch, wenn wir in eigenes KnowHow investieren. Nur gibt's dann zusätzlich das...

486dx4-160 03. Mai 2021

Nein, das wäre Kommunismus. Der Staat soll Geld geben, Infrastruktur zur Verfügung...

486dx4-160 03. Mai 2021

Tja, der BWL-Prof. könnte dir gewiss sagen, wie hoch die Lizenzkosten für die wertvolle...

486dx4-160 03. Mai 2021

Also wenn die Stadt mir einen attraktiven Standort zur Verfügung stellt, könnte ich mir...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Madison Square Garden
Gesichtserkennungs-Software weist unliebsame Besucher ab

Im New Yorker Madison Square Garden kommt seit Jahren Gesichtserkennungs-Software zum Einsatz - mit unangenehmen Folgen für Kanzleimitarbeiter.

Madison Square Garden: Gesichtserkennungs-Software weist unliebsame Besucher ab
Artikel
  1. Bluebrixx Klingon Bird-of-Prey 104584: Worf wäre stolz auf dieses Star-Trek-Set
    Bluebrixx Klingon Bird-of-Prey 104584
    Worf wäre stolz auf dieses Star-Trek-Set

    Auch wenn die Steinequalität nicht an Lego heranreicht, macht der Bird-of-Prey die Weiten der Sammelvitrine unsicher - Qapla', Bluebrixx!
    Ein Test von Oliver Nickel

  2. Neuzulassungen gehen zurück: Deutsche kaufen weniger E-Autos als vor einem Jahr
    Neuzulassungen gehen zurück
    Deutsche kaufen weniger E-Autos als vor einem Jahr

    Im Januar 2023 wurden in Deutschland weniger Autos neu zugelassen als vor einem Jahr. Insbesondere bei Elektroautos gab es einen deutlichen Rückgang.

  3. Plattform oder Dienst betreiben: Macht es wie die Maurer!
    Plattform oder Dienst betreiben
    Macht es wie die Maurer!

    Warum man die Operationalisierung einer Plattform nicht zu sehr aufblasen sollte, man durch Silodenken aber viel anfälliger für Ausfälle wird.
    Ein Ratgebertext von Felix Uelsmann

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Roccat Magma + Burst Pro 59€ • Roccat Vulcan 121 89,99€ • Gigabyte B650 Gaming X AX 185,99€ • Alternate: Toshiba MG10 20 TB 299€ • Alternate Weekend Sale • MindStar: Fastro MS200 SSD 2TB 95€ • Mindfactory DAMN-Deals: Grakas, CPUs & Co. • RAM-Tiefstpreise • PCGH Cyber Week [Werbung]
    •  /