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Mammutaufgabe BeOS-Nachbau

Wie eingangs erwähnt war BeOS einer der Hauptkonkurrenten für Windows 95 und MacOS. Dabei war das System seiner Zeit auch teilweise voraus. So unterstützte es von Anfang an mehrere Prozessoren, brachte ein leistungsstarkes Dateisystem mit und besaß einen Speicherschutz, durch den abgestürzte Anwendungen nicht auch gleich noch das komplette Betriebssystem mit in den Tod reißen konnten.

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Nachdem das BeOS getaufte System zunächst nur zusammen mit der Be-Box erhältlich war, ließ es sich Ende der 1990er-Jahre auch separat für handelsübliche x86- und PowerPC-Computer erwerben. Trotz der innovativen Ansätze und dem positiven Presseecho konnte sich BeOS jedoch nicht gegenüber der mächtigen Konkurrenz behaupten.

Um den Bekanntheitsgrad zu steigern, verteilte Be sogar über Zeitschriften eine Personal Edition, die private Anwender kostenlos nutzen durften. Auch das half nicht, um die Insolvenz abzuwenden: Im August 2001 verkaufte Be sein Betriebssystem an Palm, das schließlich die Entwicklung einstellte.

Wiederbelebung durch Community

BeOS hatte in seiner kurzen Lebenszeit allerdings auch Fans gewonnen. Einige von ihnen gründeten bereits 2001 das Open-BeOS-Projekt. Ihr Ziel war kein geringeres als ein Klon des kompletten BeOS-Systems. Dieser sollte quelloffen und kostenlos sein, gleichzeitig aber auch binärkompatibel mit der letzten verfügbaren BeOS-Version 5.0.3.

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Alle für diese Version geschriebenen Programme sollten unverändert auf dem Nachbau laufen. Um Rechtsstreitigkeiten mit dem Inhaber des Markennamens BeOS aus dem Weg zu gehen, benannte sich das Projekt 2004 in Haiku um. Der Name geht auf eine Eigenart des in BeOS mitgelieferten Internetbrowsers zurück, verschiedene Fehlermeldungen in Form einer alten japanischen Gedichtform auszugeben, den Haikus.

Die Haiku-Entwickler stehen vor einer Mammutaufgabe. In ihrer Freizeit müssen sie neben dem Betriebssystem-Kern auch Treiber, Dienste, Bibliotheken, die Benutzeroberfläche und die einst mitgelieferten Desktop-Anwendungen reimplementieren. Um sich die Arbeit etwas zu erleichtern, greifen sie dabei hin und wieder auf andere Open-Source-Projekte zurück. So stammen etwa die Treiber für Netzwerkkarten aus dem FreeBSD-Projekt, den Quellcode übersetzt die GNU Compiler Collection. Eine kleine Ausnahme hiervon bilden der Dateimanager Tracker und das Startmenü Deskbar: Diese beiden Programme hatte noch Be unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. In Haiku kommen daher Forks dieser beiden Anwendungen zum Einsatz. Abgesehen von den übernommenen Komponenten steht Haiku komplett unter einer liberalen MIT-Lizenz.

Finanziert durch Spenden

Die Aktivitäten rund um das Projekt koordiniert die gemeinnützige amerikanische Organisation Haiku Inc, die auch die Namensrechte hält. Sie sammelt zudem Spenden, welche wiederum direkt in das Projekt fließen. So konnten die Haiku-Macher vorübergehend einen Entwickler einstellen, der den systemeigenen Browser deutlich verbesserte. Das Web-Positive genannte Programm arbeitet jetzt vor allem stabiler und behebt einige Probleme seines Vorgängers. Unter anderem funktioniert endlich der Zugriff auf Youtube. Der Browser basiert auf Haiku-Webkit, das wiederum von Webkit abstammt. Unter der Haube nutzt die Browser-Engine den Netzwerk-Layer von Haiku, wodurch Web-Positive auch das Protokoll Gopher beherrscht. Ebenfalls durch Spenden finanziert arbeitete vier Monate lang ein Entwickler an einem neuen sogenannten Thread-Scheduler, der im Betriebssystemkern die gleichzeitig laufenden Programme und Berechnungen jongliert. Dank des neuen Schedulers unterstützt Haiku jetzt bis zu 64 Prozessorkerne. Diese Zahl haben die Haiku-Entwickler erst einmal fest vorgegeben, prinzipiell könnte der Scheduler auch noch mehr Kerne einspannen. Zum Vergleich: Die letzte BeOS-Version nutzte maximal acht Prozessorkerne.

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 Neues Aussehen für HaikuVerfügbarkeit und Fazit 
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demon driver 22. Nov 2018

Ist ähnlich wie bei OS/2. Wobei da der Unterschied zwischen nativen und portierten...

demon driver 22. Nov 2018

BeOS wurde wegen seines UI damals nicht zu Unrecht gelobt. Microsoft wird derweil...

regiedie1. 21. Nov 2018

Komme zwar ein bisschen spät in den Thread, aber egal: Haiku wurde (und wird!) seit...

OmranShilunte 17. Nov 2018

wenn du ein neues produkt platzieren willst, gibts nichts besseres als das homeshopping...

schachbr3tt 14. Nov 2018

Naja, könnte auch daran liegen, dass Gassée ein bisschen gierig war, als Apple BeOS als...


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