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Neues Aussehen für Haiku

Wer bereits eine ältere Alpha-Version von Haiku genutzt hat, findet in der Benutzeroberfläche der Beta-Version einige kleinere Änderungen. So verwenden jetzt die Anwendungen Mail und Tracker neben Symbolleisten im Haiku-Stil auch die eingestellte Schriftgröße. Viele Haiku-Anwendungen weisen ihren Bedienungselementen zudem jeweils eine bestimmte Systemfarbe zu. Ändert der Anwender dann eine Farbe in den entsprechenden Systemeinstellungen, passen sich automatisch alle Anwendungen an. Der Anwender kann so live die Farben in allen Programmen anpassen.

  • In den Bootoptionen kann man nicht nur verschiedene Power-Management-Funktionen abschalten, sondern Haiku auch im Extremfall in einen Rettungsmodus versetzen. (Haiku, Screenshot: Golem.de)
  • Die Benutzeroberfläche von Haiku ist ein optischer Klon ihres BeOS-Pendants. Der hier im Vordergrund zu sehende Browser WebPositive beherrscht auch moderne Internetstandards. (Haiku, Screenshot: Golem.de)
  •  Ändert man in den Einstellungen die Farbe für ein Element, passen sich live alle anderen Anwendungen an - sofern diese das Verfahren unterstützten. (Haiku, Screenshot: Golem.de)
  • In den Netzwerkeinstellungen lassen sich auch einige Hintergrunddienste starten, stoppen und einrichten. Hier läuft der SSH-Daemon. (Haiku, Screenshot: Golem.de)
  • Im Paketmanager lassen sich die einzelnen Anwendungen auch mit Sternen bewerten. (Haiku, Screenshot: Golem.de)
  • Klickt man in der Sprachauswahl auf „Desktop starten“, läuft Haiku als sogenanntes Live-System. In diesem lädt es sich in den Hauptspeicher und tastet ohne Aufforderung die Festplatte nicht an. (Haiku, Screenshot: Golem.de)
Ändert man in den Einstellungen die Farbe für ein Element, passen sich live alle anderen Anwendungen an - sofern diese das Verfahren unterstützten. (Haiku, Screenshot: Golem.de)
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Verbessert haben die Entwickler auch ihre Anwendung Remote-Desktop, mit der sich der Desktop von entfernten Systemen auf den eigenen Computer holen lässt. Anders als VNC schickt Remote-Desktop keine kompletten Bilder in Form von Bitmaps, sondern lediglich schlanke Zeichenkommandos durch das Netz. Remote-Desktop benötigt keinen Server, sondern nur eine SSH-Verbindung. Der Zugriff auf den entfernten Desktop gelingt alternativ über einen entsprechenden HTML5-Client, der in jedem Browser laufen soll.

Klassisches Dateisystem

Haiku nutzt das eigentlich für BeOS entwickelte 64-Bit-Dateisystem BFS, das vor allem für den Zugriff auf große Video- und Audio-Dateien optimiert ist. BFS führt zudem ein Journal, mit dessen Hilfe das Dateisystem selbst nach einem Absturz in einem konsistenten Zustand bleibt. Während man Journals heutzutage in vielen Standard-Dateisystemen antrifft, waren sie zur Entstehungszeit von BFS noch eine Besonderheit. Darüber hinaus können Anwender an jede Datei beliebige Informationen heften. Diese sogenannten (extended) Attributes lassen sich unter anderem bequem über den Dateimanager Tracker einsehen und bearbeiten. BFS arbeitet von Haus aus mit der UTF-8-Zeichenkodierung, in Dateinamen dürfen somit auch Schriftzeichen auftauchen.

Neben BFS unterstützt Haiku noch viele weitere Dateisysteme, darunter FAT32, Ext2, Ext3 und NTFS. Die Qualität der entsprechenden Treiber schwankt jedoch. So bringt die Haiku-Beta zwar einen aktualisierten Btrfs-Treiber mit, der neue Btrfs-Partitionen aber nur lesen kann. Leider veröffentlichen die Haiku-Entwickler auf ihren Webseiten keine Informationen über den aktuellen Zustand der Treiber. Neu ist die Integration von "userlandfs", mit dem sich Dateisystemtreiber im Userland betreiben lassen. Die Technik unterstützt derzeit die Treiber für das BeOS- und das Haiku-Dateisystem. Darüber hinaus ist "userlandfs" kompatibel zu FUSE, das unter Linux Verwendung findet. Haiku R1/beta1 enthält auch einen NFSv4-Client, über den sich auf entsprechende Netzwerkfreigaben zugreifen lässt.

Entwickler-Kits integriert

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Für Entwickler hält Haiku mehrere Programmierschnittstellen bereit, die sogenannten Kits. So enthält beispielsweise das Game Kit alles Notwendige für die Entwicklung von Spielen. Um die Ausgabe von Audio- und Video-Inhalten kümmert sich das Media Kit. Dieses haben die Haiku-Entwickler für die Beta 1 aufgeräumt. Insbesondere sollen darauf aufbauende Anwendungen jetzt stabiler und flotter arbeiten.

Das Media Kit kann zudem erstmals mit HTTP- und RTPS-Streams umgehen. Dies ermöglicht insbesondere dem Browser Web-Positive die Wiedergabe von Live-Streams. Das mitgelieferte FFmpeg springt in der ersten Beta-Version zudem von Version 2.0 auf die 4.0, wodurch Haiku deutlich mehr Audio- und Videoformate abspielen kann.

Den Systemstart koordiniert in Haiku der Launch-Daemon. Dieser funktioniert ähnlich Launchd aus MacOS, der den Haiku-Entwicklern als Inspiration diente. Der Launch-Daemon startet beim Hochfahren die gewünschten Dienste selbstständig in der richtigen Reihenfolge. Sollte ein Dienst abstürzen, kann das Werkzeug ihn zudem automatisch wieder hochfahren. Apropos Absturz: Haiku R1/beta1 ersetzt den Debugger GDB durch den hauseigenen Debugger, der zudem jetzt nicht mehr als experimentell gilt. Bei einem systemweiten Absturz übernimmt er automatisch die Kontrolle und bietet passende Aktionen an.

Bei all diesen vergleichsweise neuen und modernen Techniken wird klar, dass Haiku mehr ist als ein reiner Nachbau, auch wenn dies das nach wie vor erklärte Hauptziel ist.

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demon driver 22. Nov 2018

Ist ähnlich wie bei OS/2. Wobei da der Unterschied zwischen nativen und portierten...

demon driver 22. Nov 2018

BeOS wurde wegen seines UI damals nicht zu Unrecht gelobt. Microsoft wird derweil...

regiedie1. 21. Nov 2018

Komme zwar ein bisschen spät in den Thread, aber egal: Haiku wurde (und wird!) seit...

OmranShilunte 17. Nov 2018

wenn du ein neues produkt platzieren willst, gibts nichts besseres als das homeshopping...

schachbr3tt 14. Nov 2018

Naja, könnte auch daran liegen, dass Gassée ein bisschen gierig war, als Apple BeOS als...


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