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Hängender Beton: Gravitationsspeicher in China speichert 100 MWh

Ein beeindruckender fensterloser Turm in Ostchina speichert erneuerbare Energie dank Gravitation. Allein der Beton dafür kostet Millionen.
/ Mario Petzold
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Der Turm ist 150 m hoch und gefüllt mit Beton. (Bild: Energy Vault)
Der Turm ist 150 m hoch und gefüllt mit Beton. Bild: Energy Vault

In Rudong, einer ostchinesischen Stadt an der Küste des Ostchinesischen Meeres mit zahlreichen Windparks im Umland, ist der weltweit erste kommerzielle Gravitationsspeicher fertiggestellt worden. Entwickelt wurde das Projekt vom schweizerischen Energiekonzern Energy Vault(öffnet im neuen Fenster).

Insgesamt soll der fast 150 m hohe Turm 100 Megawattstunden Energie speichern und über 4 Stunden ins Netz abgeben können. Die Leistung von 25 Megawatt entspricht fünf großen Windrädern an Land, nur dass sie je nach Bedarf abrufbar ist und nicht von den Wetterbedingungen abhängt.

Insgesamt sind derzeit neun weitere Gravitationsspeicher geplant, die insgesamt 3,7 Gigawattstunden Strom speichern könnten. Diese Kapazität entspricht einem durchschnittlichen Pumpspeicherwerk.

Die Projektentwickler heben hervor, wie robust und langlebig die Technik sei. Außerdem würden Betonblöcke aus recyceltem Material verwendet, um Kosten zu sparen.

Riesige Dimensionen, hohe Kosten

Und die dürften angesichts der Dimensionen des Turms beträchtlich sein. In dem 150 m hohen und etwa 70 m breiten Turm muss Beton mit einer Gesamtmasse von 370.000 Tonnen 100 m in die Höhe gehoben werden, um die Kapazität von 100 Megawattstunden zu erreichen.

Diese Menge entspricht in einem Betonwürfel mit einer Kantenlänge von 50 m, der zumindest in Europa mehr als 10 Millionen Euro kosten würde. Hinzu kommen Tausende Stahlseile und Rollen sowie die Technik zum Anheben und Senken.

Der Golem-Blick

Es gibt gute Gründe, weshalb derartige Türme im Rest der Welt allenfalls als Versuchsanlagen gebaut werden. Denn abgesehen von der langen Lebensdauer überwiegen hier ausschließlich die Nachteile. Da wäre zuallererst der Wirkungsgrad von 80 Prozent zu nennen, der mit Übertragungsverlusten noch niedriger ausfallen dürfte. Bei Batterien sind es über 90 Prozent.

Zudem liegt der Preis weit oberhalb von Speichern mit vergleichbarer Kapazität, die schnell entladen und geladen werden können. Batterien mit ähnlicher Kapazität kosten zwischen 5 und 10 Millionen Euro und können je nach Anzahl der Ladezyklen um die 20 Jahre genutzt werden. Allein der Beton für den Turm ist teurer.

Es ist vermutlich kein Zufall, dass die ersten Projekte im Jahr 2021, kurz nach dem Platzen der chinesischen Immobilienblase(öffnet im neuen Fenster), begonnen wurden, als so gut wie alle Bauaufträge wegbrachen. Denn rein wirtschaftlich ergibt ein Gravitationsspeicher mit Beton in einem eigens errichteten Hochhaus keinerlei Sinn.

Nur zum Vergleich: Das Pumpspeicherwerk Linth-Limmern in der Schweiz kann am Stück 33 Gigawattstunden Energie bereitstellen. Das 330-Fache des Turms in Rudong.


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