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Hacking Team: Wirecard-Manager wollte offenbar Spionage-Software kaufen

Mit konspirativen Methoden wollte sich der Wirecard-Manager Jan Marsalek offenbar Programme des italienischen Anbieters Hacking Team beschaffen.

Artikel veröffentlicht am ,
Was wollte Wirecard-Manager Marsalek mit Spionagetools?
Was wollte Wirecard-Manager Marsalek mit Spionagetools? (Bild: Andreas Gebert/Reuters)

Es klingt wie ein Plot aus einem Wirtschaftskrimi: Mit Hilfe gefälschter Dokumente und weiterer Falschangaben soll der abgetauchte COO des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard, Jan Marsalek, versucht haben, sich digitale Spionagetools zu verschaffen. Wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet, soll sich der 40 Jahre alte Österreicher zu diesem Zweck im Jahr 2013 mit Vertretern des italienischen Anbieters Hacking Team in Mailand getroffen haben. Warum sich Marsalek die Software-Tools anschaffen wollte, bleibt unklar.

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Belege für die Verbindungen zwischen Marsalek und Hacking Team finden sich dem Bericht zufolge in einem Datensatz, der nach dem Hack des italienischen Anbieters im Juli 2015 geleakt worden war. Damals wurden mehr als 400 Gigabyte erbeutet. Interne E-Mails von Hacking-Team-Mitarbeitern berichteten demnach von einer "fruchtbaren Besprechung" mit Jan Marsalek.

Repräsentant von Grenada

Das Problem für den Wirecard-Manager: Die Spionagesoftware durfte nur an staatliche Stellen verkauft werden. Um diese Hürde zu überwinden, soll Marsalek versucht haben, als Vertreter der Regierung Grenadas aufzutreten. Dazu gab sich der Manager in einem Schreiben als "Repräsentant" des Karibik-Staates aus. Dem Anschein nach wurde das Schreiben auf offiziellem Briefpapier von Grenada gedruckt und vom damaligen Außenminister Nickolas Steele unterzeichnet. Dieser bestätigte auf Spiegel-Anfrage ein Gespräch mit Marsalek. Doch das Dokument solle nicht echt sein. "Ich habe sicherlich niemals eine solche Anfrage getätigt", schrieb Steele mit Blick auf eine mögliche Geschäftsanbahnung Grenadas mit Hacking Team.

Darüber hinaus soll Marsalek offiziell klingende Webdomains mit Bezug zu Grenada angemeldet haben, darunter Stateofgrenada.org. Dabei seien teilweise die Münchener Privatadresse Marsaleks oder sogar eine Telefonnummer von Wirecard hinterlegt worden. Auch die Mail-Adresse Jan.Marsalek@stateofgrenada.org sei angelegt worden.

Kein Kauf vereinbart

Doch trotz dieser Methoden kam dem Bericht zufolge kein Geschäft mit Hacking Team zustande. Es habe keinen Vertrag zwischen Hacking Team und Grenada oder Jan Marsalek gegeben, habe Paolo Lezzi, Chef des Hacking-Team-Nachfolgeunternehmens Memento Labs, auf Anfrage bestätigt. Der ehemalige Hacking-Team-Chef David Vincenzetti habe dem Spiegel gesagt, dass es "nach seinem besten Wissen" überhaupt niemals zu einem Treffen zwischen seinem Unternehmen und Jan Marsalek oder Repräsentanten Grenadas gekommen sei.

Marsalek soll nach der Wirecard-Insolvenz angeblich nach Weißrussland und anschließend nach Russland geflohen sein. Ihm werden Verbindungen zu Geheimdiensten nachgesagt.

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chefin 24. Jul 2020

Jeder Mensch, auch Gründer von Banken sind erstmal Menschen. Und hier gilt: keine...

countzero 22. Jul 2020

Ja? Ich weiß nicht genau worauf du hinaus willst. 400 GB an Daten durchsucht man nicht...


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