• IT-Karriere:
  • Services:

Hackerslist: Rent a Hacker

Der Marktplatz Hackerslist vermittelt Hacker gegen Bezahlung. Nur zu legalen Zwecken, heißt es. Ob das stimmt? Das Phänomen zeigt: Hacking ist längst eine Dienstleistung.

Artikel von Adrian Lobe/Zeit Online veröffentlicht am
Mit diesen Stockfotos wirbt Hackerslist.
Mit diesen Stockfotos wirbt Hackerslist. (Bild: Screenshot: Zeit Online)

Sony, JPMorgan Chase, das Kanzleramt - sie wurden alle zum Ziel eines Hackerangriffs. Die jüngsten Cyberattacken sind aber nur ein Teil einer neuen Hackerbewegung. Im Netz tummeln sich Tausende Hacker, die gegen Geld in Sicherheitssysteme von Personen oder Firmen einbrechen. Eine neue Website möchte sie vermitteln.

Inhalt:
  1. Hackerslist: Rent a Hacker
  2. Hacker werden zu Ein-Mann-Unternehmen

Hackerslist.com bietet Hacking-Dienste kommerziell an, als ob es sich um eine ganz normale Dienstleistung handele. "Finde professionelle Hacker zum Mieten", heißt es lapidar auf der Homepage. Hackerslist funktioniert im Prinzip wie ein Portal für Kleinanzeigen. Wer möchte, kann in einer Datenbank gezielt nach Hackern suchen. Oder er inseriert ein spezielles Gesuch. Es finden sich zum Teil ganz harmlose Wünsche, wie etwa der eines Users, den Sicherheitscode des eigenen Smartphones zu knacken.

Doch es gibt auch fragwürdige Begehren. Ein Nutzer, der Australien als seinen Wohnort angibt, bietet 2.000 Dollar dafür, dass er Zugang zu der Datenbank eines Konkurrenten mitsamt der Kundenliste erhält. "Ich will wissen, wer die Kunden sind, und wie viel sie bezahlen." Ein Nutzer namens Indonmafia, der ein possierliches Katzenbild als Profilfoto gewählt hat, bietet zwischen 10.000 und 20.000 US-Dollar, um die "Datenbank einer Zentralbank" zu hacken.

Es ist unklar, ob das Gesuch echt ist und wer dahinter steckt. Eine Verifizierung des Angebots scheitert bei der Anmeldung. Bei Angabe einer anonymen E-Mail-Adresse vermeldet das System mehrmals in Folge einen Fehler. Auf Anfrage erhält man den Hinweis, keinerlei private Informationen preiszugeben und Transaktionen nur über das Portal abzuwickeln.

Hackerslist will Betrüger ausschließen

Stellenmarkt
  1. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden
  2. Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Herzogenaurach

Natürlich gibt es auch seriöse Hacker, die im Auftrag von Unternehmen Sicherheitstests, die sogenannten Penetrationstests, durchführen, um Schwachstellen in der IT zu erkennen. Solche Pen-Tester finden sich auch bei Hackerslist. Aber es gibt eben auch die Black Hats: Cyberkriminelle, die es auf Daten oder die Beschädigung eines Systems abgesehen haben.

Die Frage ist, ob ein Portal wie Hackerslist der Cyberkriminalität Vorschub leistet. Die Initiatoren wollen sich nicht äußern - sie bleiben anonym. Ein Impressum gibt es nicht. Einem Reporter der New York Times gelang es, über mehrere Wochen E-Mail-Kontakt mit einem der Gründer aufzunehmen. Der Mann, der sich als Jack ausgab, sagte, er hätte die Seite mit zwei Freunden gegründet und wohne in Colorado. Er habe einen Master in Business Administration und sei Anwalt. Dann müsste er sich eigentlich mit den juristischen Folgen auskennen.

Der Betreiber eines Portals, der Hacker und Auftraggeber mit Schädigungsabsicht eines Dritten zusammenbringt, macht sich grundsätzlich strafbar. Doch kann das Einbrechen in Computersysteme dem Portal zugerechnet werden? Auf der Startseite von Hackerslist heißt es: "Unser strikter Überprüfungsprozess stellt sicher, dass wir Betrüger ausschließen." In den zehnseitigen Geschäftsbedingungen ist zu lesen, dass die "Dienstleistung zu illegalen Zwecken verboten sei".

Hackerslist sieht sich lediglich als Vermittler. Andererseits müsste es sich den Betreibern geradezu aufdrängen, dass auf ihrem Portal dubiose Dienstleistungen mit strafbaren Handlungen angeboten werden. Insofern träfe sie auch eine gewisse Prüfungspflicht. Hackerslist ist offiziell in Neuseeland registriert, was eine Kontrolle schwierig macht. Europäisches oder US-amerikanisches Recht läuft hier ins Leere.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Hacker werden zu Ein-Mann-Unternehmen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Total War Three Kingdoms - Royal Edition für 19,99€, Wreckfest für 12,99€, Wreckfest...
  2. ab 299,85€ neuer Tiefpreis auf Geizhals
  3. exklusiv für Prime-Mitglieder
  4. 85€ (mit Rabattcode "POWEREBAY7E" Bestpreis!)

Dwalinn 22. Jan 2015

Oder einfach 30 Cent in einen Umschlag stecken und per Post verschicken wenns dir so...

Dwalinn 22. Jan 2015

Vor 2 jahren wurde auch ein Hacker geholt um unsere Sicherheit zu teste... Ergebnis war...

TC 21. Jan 2015

ich wollt damit eher sagen, das sie ihre Stock-Fotos nicht represantiv ausgewählt haben ;P

Jasmin26 21. Jan 2015

..... und wo sind jetzt die ähmmmmm ...profis ?

Zombonia 21. Jan 2015

Was immer noch falsch vermittelt wird: https://stallman.org/articles/on-hacking.html


Folgen Sie uns
       


Cowboy 3 vs. Vanmoof S3 im Test: Das Duell der Purismus-Pedelecs
Cowboy 3 vs. Vanmoof S3 im Test
Das Duell der Purismus-Pedelecs

Schwarz, schlank und schick sind die urbanen E-Bikes von Cowboy und Vanmoof. Doch nur eines der Pedelecs liest unsere Gedanken.
Ein Praxistest von Martin Wolf

  1. Montage an der Bremse E-Antrieb für Mountainbikes zum Nachrüsten
  2. Hopper Dreirad mit Dach soll Autos aus der Stadt verdrängen
  3. Alternative zum Auto ADAC warnt vor Überlastung von E-Bikes

IT-Jobs: Feedback für Freelancer
IT-Jobs
Feedback für Freelancer

Gutes Feedback ist vor allem für Freelancer rar. Wenn nach einem IT-Projekt die Rückblende hintenüberfällt, ist das aber eine verschenkte Chance.
Ein Bericht von Louisa Schmidt

  1. IT-Freelancer Der kürzeste Pfad zum nächsten Projekt
  2. Selbstständiger Sysadmin "Jetzt fehlen nur noch die Aufträge"

Beoplay H95 im Test: Toller Klang, aber für 800 Euro zu schwache ANC-Leistung
Beoplay H95 im Test
Toller Klang, aber für 800 Euro zu schwache ANC-Leistung

Der Beoplay H95 ist ein ANC-Kopfhörer mit einem tollen Klang. Aber wer dafür viel Geld ausgibt, muss sich mit einigen Kompromissen abfinden.
Ein Test von Ingo Pakalski


      •  /