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Wenn das LKA wegen eines "illegalen Tools" klingelt

Komme das LKA allerdings zu der Einschätzung, dass es sich bei einem Tool um ein illegales Hackertool handle, könne es ungemütlich werden. So sei es seinem Mandaten ergangen, dem Entwickler des Remote Administration Tools (RAT) Revcode Webmonitor, so Kerner. Solche Tools können zur Administration von Computern oder Servern genutzt werden, aber auch, um Geräte auszuspähen. Das LKA begründete seine Einschätzung mit einem Thread in dem Forum Hackforums.net, in dem die Software beworben wurde. Dieses ist laut der Begründung des LKA nicht öffentlich zugänglich. Das stimme aber nicht, erklärte Kerner. Jeder könne sich bei dem Forum registrieren und die Seite einsehen.

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Da der Webseite des Herstellers ein Impressum fehlte und sie bei einem russischen Hoster lag, sah das LKA eine Verschleierung der wahren Identität des Herstellers gegeben. Die Webseite sei jedoch unter einer .eu-Domain betrieben worden, die mit den Daten des Herstellers registriert worden sei. Zwar sei die Impressumspflicht verletzt worden, daraus könne jedoch keine Verschleierung der Identität abgeleitet werden, sagte der Rechtsanwalt.

Mit der Begründung sei ein Durchsuchungsbeschluss beantragt worden, der von einem Richter abgezeichnet wurde. Dass ein Richter einem solchen Antrag zustimmt, sei jedoch nicht unüblich. Der Richter bekomme den Antrag und eine Akte; klinge der Antrag schlüssig, zeichne er ihn ab. Finde der Richter den Antrag merkwürdig, prüfe er die Akte und lehne je nachdem den Antrag ab oder lasse ihn zu, so Kerner. Eine solche Prüfung bedeute viel Aufwand und könne bei den Antragsstapeln schlicht nicht geleistet werden. "Eine richterliche Kontrolle ist eine sehr niederschwellige Kontrolle und absolut kein ernstzunehmender Schutz für die Rechte der Bürger", betonte der Rechtsanwalt auch im Hinblick auf die Pläne zur Herausgabe von Passwörtern bei Internetdiensten, die einen Richtervorbehalt enthalten sollen.

Gepfändet und beschlagnahmt

Mit dem Durchsuchungsbeschluss durchsuchte das LKA die Räumlichkeiten des Entwicklers und beschlagnahmte alle Computer und Speichermedien, alle Mobiltelefone sowie etliche Schriftstücke und zwölf Server. Damit wurden dem Entwickler all seine Arbeitsmaterialen genommen. Zudem wurden E-Mail-Adressen und sein Paypal-Konto beschlagnahmt. Mit einem Vermögensarrest wurden seine Bankkonten gepfändet und alles Bargeld beschlagnahmt. Das bedeute auch, dass der Betroffene seine Krankenversicherung nicht mehr bezahlen, Miete oder Raten für das Haus nicht begleichen könne. "Wir befinden uns in einem Ermittlungsverfahren - es gilt die Unschuldsvermutung", sagte der Rechtsanwalt.

Auch den Zweck der Software könne man nur über die Kommunikation mit Kunden nachgewiesen werden, auf diese habe man aber keinen Zugriff mehr. Der Auswertungsbericht des LKA habe die legalen Verkaufsabsichten des Entwicklers betont, allerdings erklärte der Bericht auch, dass diese noch nicht zeigen würden, dass es sich um ein "reines Dual-Use-Tool" handle, so der Rechtsanwalt. Nach sieben Monaten wurde das Verfahren eingestellt und sein Mandat habe die beschlagnahmten Gegenstände zurückerhalten. Allerdings nicht immer in ihrem ursprünglichen Zustand, so sei ein Smartphone zerlegt und Chips ausgelötet worden oder Festplatten aus Rechnern ausgebaut worden. Nun laufe ein Entschädigungsverfahren.

Ratschläge vom Rechtsanwalt

Kerner rät allgemein, nicht im falschen Forum zu posten - das meine er ernst. Alles, was ein LKA-Beamter für illegal halten könnte, solle man meiden. Auf einer Webseite sollten nur die legalen Nutzungsmöglichkeiten dargestellt werden, keinesfalls solle auf mögliche illegale Nutzungsmöglichkeiten eingegangen werden. Das gelte auch für Warnhinweise auf Strafbarkeit bei falscher Verwendung. Insgesamt spiele der Hackerparagraf in der deutschen Rechtsprechung bisher jedoch keine große Rolle. Es habe bisher nur den dargestellten Strafrechtsfall gegeben.

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 Hackerparagraf: "Nicht im falschen Forum posten"
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FreiGeistler 09. Jan 2021

seich, sorry.

FreiGeistler 09. Jan 2021

Im Artikel stand was von 7 Monaten. Da er damit quasi seiner Existenz beraubt wurde...

luzipha 30. Dez 2019

Konstruierter Fall: - Haushalt mit drei Generationen - Mitbewohner zwischen 12 und 77...

theq86 30. Dez 2019

Ich beantrage am besten gleich nen großen Waffenschein für mein Auto. Man will ja legal...

Varbin 29. Dez 2019

Auf Mobiltelefonen schon: Der Schlüssel wird aus PIN/Passwort+Hardwareschlüssel...


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